Baby in Brilon getötet – Familienvater (29) sitzt in U-Haft

Das Gelände am Tatort in Brilon-Altenbüren ist abgeperrt.
Das Gelände am Tatort in Brilon-Altenbüren ist abgeperrt.
Foto: imago stock&people
Was wir bereits wissen
Ein Briloner steht im Verdacht, seinen vier Monate alten Sohn getötet zu haben. Stumpfe Gewalteinwirkung sei die Todesursache, sagt der Staatsanwalt.

Altenbüren.. Wegen des dringenden Verdachts, seinen viereinhalb Monate alten Sohn getötet zu haben, ist in Brilon-Altenbüren ein 29 Jahre alter Mann festgenommen worden. Das Baby ist an inneren Blutungen verstorben. Auslöser, so Staatsanwalt Klaus Neulken (52) aus Arnsberg, sei erhebliche „stumpfe Gewalteinwirkung“ im Bauchbereich.

Das Familiendrama spielt sich Freitagnachmittag in einem gepflegten Einfamilienhaus am Ortsrand von Altenbüren, unmittelbar in Nähe des Friedhofs, ab. Vor vier Jahren haben der in einem Briloner holzverarbeitenden Industriebetrieb tätige Handwerker und seine ein Jahr ältere Frau, von Beruf Bankangestellte, das Haus erworben.

Starke Verletzungen am Bauch

Am Nachmittag ist der krankgeschriebene Familienvater alleine mit seinen viereinhalb Monate und anderthalb Jahre alten Söhnen zu Hause. Seine Gattin ist gegen 15 losgefahren, um Besorgungen zu erledigen. Gegen 17 kommt sie zurück. Da sitzt ihr Mann mit den beiden Kindern ganz normal zusammen auf dem Sofa.

Plötzlich sei das Baby im Gesicht blau angelaufen und habe aufgehört zu atmen, sagt die Mutter später aus. Die Eltern beginnen mit Erste Hilfe-Maßnahmen und rufen den Rettungsdienst. Auch ein Hubschrauber wird alarmiert. Doch als der Notarzt eintrifft, ist das Kind schon tot.

Für den Samstag ordnet die Staatsanwaltschaft Arnsberg eine Obduktion an. Da kommt ein schrecklicher Verdacht auf. Das Baby ist innerlich verblutet. Der Leichnam weist starke Verletzungen im Bauchbereich auf. Pressesprecher Klaus Neulken (52): „Noch während der Untersuchung informiert der Gerichtsmediziner Mordkommission und die Staatsanwaltschaft.“

Mehrfach auf den Bauch gedrückt

„Samstagmittag fuhr plötzlich die Polizei vor“, erzählt eine Nachbarin. Wenig später kommt die Spurensicherung. „Mehrere Stunden“ halten sich die Experten in Haus auf und befragen die Anlieger. Vor allem „das Verhältnis zu den Kindern“ habe dabei im Mittelpunkt gestanden.

Die Nachbarn können nichts Nachteiliges über das Ehepaar sagen. Im Gegenteil. Der 29-Jährige sei „sehr freundlich“ und „sehr hilfsbereit“ gewesen: „Wir sind wie vor den Kopf gestoßen,“ heißt es.

Der 29-Jährige und seine Ehefrau werden am Samstag vorläufig festgenommen, das Haus wird versiegelt. Im Lauf der Vernehmung sagt der Vater, dass der Säugling angefangen habe sich zu übergeben. Um das Erbrechen zu stoppen, will er - so Staatsanwalt Neulken - dem Baby mehrfach mit der flachen Hand auf den Bauch gedrückt haben.

Darauf hin führen die Ermittler den Mann am Sonntag dem Haftrichter in Arnsberg vor, der umgehend den Verbleib in Untersuchungshaft anordnet. Die Frau kommt wieder auf freien Fuß. Keiner der beiden, so Staatsanwalt Neulken, sei bisher strafrechtlich in Erscheinung getreten.