Austritt nach Streit bei den Linken in Marsberg

Marsberg/Essentho..  Die internen Querelen im Ortsverband der Linken in Marsberg um Zuständigkeiten und um deren Mitglied im Stadtrat, Erich Latzelsberger, haben erste Konsequenzen: Armin Johannes Kleck aus Essentho nimmt seinen Hut und verlässt den Ortsverband.

Wie berichtet, hatte er als neuer Administrations-Verantwortlicher eine offizielle Pressemitteilung der Linken herausgegeben, in der er sich für seine Partei von Erich Latzelsberger distanziert hatte wegen dessen „Eigenmächtigkeiten“ in Bezug auf die Anzeige gegen Altbürgermeister Hubertus Klenner und wegen „falscher Informationen in Bezug auf den Verkauf der Grundschule Essentho“.

Der Sprecher des Linken-Ortsverbandes Marsberg, Werner Siebrecht, hatte daraufhin gegenüber der WP verlauten lassen, dass Armin Johannes Kleck nicht berechtigt sei, offizielle Pressemitteilungen für seine Partei herauszugeben.

Das veranlasst Kleck jetzt dazu, aus der Partei auszutreten. „Da Latzelsberger bei dem Linken-OV Marsberg insgeheim der eigentliche Chef ist und alle Fäden in der Hand hat, kann er es doch auch nicht zulassen, dass eine seiner Marionetten aus der Reihe tanzt (ich war nie eine) und sich von ihm und seinen Machenschaften distanziert“, so Kleck zur WP.

„Ich musste dann auch noch erfahren, dass die Genossen, die vorher auch gegen Latzelsbergers Machenschaften waren, zu Wendehälsen wurden.“ Mit diesen Genossen könne er nicht mehr politisch zusammenarbeiten.

Diverse Strömungen und Meinungen

Auch von Latzelsberger liegt der WP inzwischen eine schriftliche Stellungnahme vor. Darin unterstreicht er, dass Kleck nicht „ermächtigt ist, für den Linken-Ortsverband zu sprechen“, und dass die Anzeige bezüglich Untreue des Ex-Bürgermeisters Klenner auch im Schaukasten der Linken an der B7 ausgehängt war. Damit sei die Aussage Klecks, die Linke distanziere sich davon, einfach widerlegt. Sie sei von der Ortsgruppe gemeinsam und demokratisch abgestimmt worden, um, so Latzelsberger weiter, „Schaden von der Bevölkerung abzuhalten und Regressansprüche stellen zu können“. Die Linke habe auch die Aktion bezüglich der Grundschule in Essentho unterstützt und so „immerhin den Schaden an dem Eigentum der Bürger minimiert. Das war der Antrieb für die Partei, hier aktiv zu werden“, so Latzelsberger weiter.

Das Problem der Linken sei, dass es eine demokratische Partei mit diversen Strömungen und Meinungen sei. Latzelsberger: „Wir lieben Vielfalt anstatt Einfalt, die aber nicht von allen Mitgliedern in solcher Weise an die Öffentlichkeit gebracht wird.“ Wenn Kleck nicht mit demokratischen Mehrheitsbeschlüssen umgehen könne, sei sein Austritt der richtige Weg. Laut Latzelsberger sei Kleck „der Einzige, der mit den von ihm in seiner Pressemitteilung angeführten Punkten nicht einverstanden ist“.