Aus Pflanzcontainer in den Kreisverkehr

Der Kreisverkehr am Amtsgericht hat seine Linde
Der Kreisverkehr am Amtsgericht hat seine Linde
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Nach der langen Gestaltungs-Debatte ging es Mittwochnachmittag ohne Verzögerung: Der Bauhof setzte eine speziell aufgezogene Winterlinde in den Kreisel.

Brilon..  Sie ist rund sieben Meter hoch und hat 18 Jahre auf der Rinde. Mittwochnachmitag erhielt die schmucke Winterlinde aus einer Baumschule in der Soester Börde ihren finalen Standort im Hochsauerland: den neuen Kreisverkehr am Amtsgericht in Brilon.

Der Baum steht saftig in jungem Grün. Dass er in dieser Vegetationsphase überhaupt verpflanzt werden kann, liegt an seiner speziellen Aufzucht in einem Container. Der auf diese Weise entstandene wuchtige Erdballen schützt das Wurzelwerk. Gut ein Kubikmeter groß ist das ausgehobene Pflanzloch. Stadtgärtner Markus Düppe: „Normalerweise dürfen Bäume beim Verpflanzen nicht im Laub stehen.“ Denn beim Ausstechen werden die unzähligen kleinen Saugwurzeln durchtrennt, die den Baum mit Wasser versorgen. Düppe. „In der Winterruhe ist das kein Problem.“

Was sicher dem einen oder anderen auffallen wird: Der frisch gepflanzte Baum kommt ohne die übliche Pfahlsicherung aus. Die ist nicht nötig. Denn die Linde wird mit speziellen Bodenankern im Erdreich befestigt. „Das machen wir in Brilon hier zum ersten Mal“, sagt Markus Düppe.

25 bis 30 Meter Höhe möglich

Der Baum kann eine Höhe von 25 bis 30 m erreichen und eine Breite von rund 20 m entwickeln. Rund 450 Euro hat die Winterlinde gekostet, insgesamt steckt die Stadt etwa das Zehnfache in die Herrichtung des Kreisverkehrs. Wenn der Baum steht, machen sich die Stadtgärtner an den Boden. Die Stiefmütterchen, die bisher den Kreisel in bunte Farben tauchten, sind bereits gerodet. Künftig werden Dahlien und Bodendecker den größten Teil der Mittelinsel in Beschlag nehmen, hinzu kommen rund um die Linde einige Sträucher.

Wie berichtet, hatte Bürgermeister Dr. Bartsch per Internet die Einwohner über die Gestaltung des Kreisverkehrs mitreden lassen. Da hatte es eine große Strömung für einen Baum als Symbol für die Stadt des Waldes allgemein und für die Linde wegen deren Bezug zur früheren Gerichtsbarkeit im Besonderen gegeben.