„Aus der Vergangenheit lernen“

Die Altenbürener Bevölkerung gedachte am Karfreitag an das Kriegsende im Dorf vor 70 Jahren.
Die Altenbürener Bevölkerung gedachte am Karfreitag an das Kriegsende im Dorf vor 70 Jahren.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Altenbürener Bevölkerung gedachte am Karfreitag an das Kriegsende im Dorf vor 70 Jahren.

Altenbüren..  Mit einer Kranzniederlegung am Soldatenkreuz auf dem Friedhof gedachte die Altenbürener Bevölkerung am Karfreitag an das Kriegsende im Dorf vor 70 Jahren.

An jenem 29. März 1945, einem Gründonnerstag, waren amerikanische Panzerverbände in den damaligen Kreis Brilon eingedrungen und vor allem auch in Altenbüren auf heftigen Widerstand gestoßen.

Nachdem Brilon längst besetzt war, trafen am Ostermontag, 2. April, dann nämlich während der Ostermesse Granaten das Kirchendach und verletzten einige Kinder. Als sich am Nachmittag gegen 15 Uhr amerikanische Panzer aus Richtung Brilon näherten, schlugen ihnen aus Altenbüren Granatwerfer und Maschinengewehrfeuer entgegen.

Granaten zerstören Häuser

Die Amerikaner antworteten mit Brandgranaten, und 27 Häuser wurden teilweise in Schutt und Asche gelegt. Und das alles nur, weil ein einzelner Ritterkreuzträger das Dorf verteidigen wollte. Seine Worte von damals: „... und wenn in Altenbüren kein Stein auf dem anderen bleibt.“ (wir berichteten).

Ungefähr 100 Tote seien an jenem Ostermontag im Dorf zu beklagen gewesen, erinnerte Ortsvorsteher Heinz Meyer im Beisein der Fahnenabordnungen aller örtlichen Vereinen und der Bernhardusschützen vom Esshoff. Auch Brilons Bürgermeister Dr. Christof Bartsch ließ es sich nicht nehmen, den Opfern von damals bei der Gedenkfeier am Soldatenkreuz seinen Respekt zu zollen.

Sehr bewegende Worte fand der Ortsvorsteher auch für die 46 Gefallenen und 21 Vermissten des Dorfes beider Weltkriege und nannte noch einmal die Namen der Opfer, die auf dem Soldatenfriedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden haben.

Bewegende Worte

Heinz Meyer: „Möge dieses Kreuz nicht nur ein Denkmal, sondern auch ein Mahnmal an die Politiker sein, dass Krieg niemals das richtige Mittel ist, um etwas durchzusetzen. Möge man aus der Vergangenheit lernen.“

Auch Diakon Manfred Becher, der zuvor mit Stadtkaplan Ansgar Drees in der Pfarrkirche die Karfreitagsliturgie zelebriert hatte, gedachte noch einmal der Opfer von 1945 und nannte die Vergangenheit eine Last, die uns heute mitunter noch bedrücke.

Bevor der Musikverein abschließend das Lied vom „Guten Kameraden“ spielte, noch das Schlusswort von Heinz Meyer: „Es sind die Lebenden, die den Toten die Augen schließen. Es sind die Toten, die den Lebenden hoffentlich die Augen öffnen, damit es irgendwann auf der Welt heißt: Frieden und nie wieder Krieg.“