Auf sechs Beinen und acht Pfoten
25.07.2008 | 16:22 Uhr 2008-07-25T16:22:00+0200Elleringhausen. Als ihn die Sucht nach den Alpen packte, war Udo Räther neun Jahre alt. So alt ist jetzt Sohn Nils, der genauso gern die Wanderschuhe anzieht wie der Vater. Über 150 Touren hat die kleine Familie mit Mutter Andrea schon zurückgelegt.
Zunächst im Tagebuch festgehalten, wanderten die Touren vor einigen Jahren ins Internet — auf eine Seite, die bis zu 30 000 Mal im Monat geklickt wird.
„Das Feedback ist enorm”, erzählt Udo Räther im Gespräch mit der Westfalenpost. „Zu Zeiten der Saisonvorbereitung bekommen wir bis zu 20 E-Mails in der Woche, das ist einfach toll.”
Auf ihrer Homepage stellen die Räthers die Touren vor, die sie gewandert sind. Im Vordergrund stehen Tipps für die Begehbarkeit der Wege mit Kindern und mit Hunden. „Das haben wir schließlich alles ausprobiert”, erklärt der Wanderfreak, der „im richtigen Leben” Kommissar in Brilon ist. Neben Sohn Nils sind nämlich auch die Hunde Jimmy und Tobi immer mit von der Partie. Der Appenzeller-Bernersennen-Mischling und der Cairn Terrier gehören dazu und erklimmen jeden Berg mit der Familie gemeinsam.
In den Alpen verbringen die Fünf zwei bis drei Wochen im Jahr. „Das war früher mal mehr”, bedauert der 41-Jährige. Aber das war ohne Kind und vor dem Job. Trotzdem: „Der Sommerurlaub reicht immer bis Weihnachten”, schwärmt der Wanderfan. Die Ruhe, das komplette Abschalten in der Stille, das sind die Gründe, die ihn und seine Familie immer wieder in die Berge ziehen. Sie mieten sich einsame Berghütten — „ganz ohne Nachbarn” — und lassen den Alltag komplett hinter sich. „Bis wir zum ersten Bäcker kommen, sind wir oft eine halbe Stunde unterwegs”, erzählt Räther. „Aber das ist uns egal, das ist es wert.”
Ein Anreiz für Vater und Sohn ist das Sammeln der Hüttenstempel fürs Tagebuch. „Ich war schon als Kind ganz verrückt danach”, so der Kommissar — „und jetzt geht's Nils genauso.” Auf der Homepage haben sie mittlerweile knapp 800 Stück gesammelt. Das Aktualisieren, die Pflege und das Beantworten der Mails braucht Zeit: Zu normalen Zeiten, wenn keine Systemumstellung ansteht oder eine neue Tour online gestellt wird, verbringt Räther locker drei Stunden in der Woche mit der Internetarbeit. Zu Hochzeiten sind es bis zu drei Stunden am Tag. „Aber die Arbeit lohnt sich” — da ist sich Räther sicher. Die Adresse der Seite: http://www.alpenraether.de/
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