Auf der Suche nach couragierten Menschen

Im Deutschunterricht der Klasse 9a der Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen fand die Unterrichtseinheit „Couragierte Menschen in Vergangenheit und Gegenwart“ sehr großes Interesse.
Im Deutschunterricht der Klasse 9a der Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen fand die Unterrichtseinheit „Couragierte Menschen in Vergangenheit und Gegenwart“ sehr großes Interesse.
Foto: WP
Aufgabe der Schüler der Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen war, nach Menschen zu suchen, die ehrenamtliche Aufgaben in ihrer Stadt übernehmen.

Siedlinghausen..  „Couragierte Menschen in Vergangenheit und Gegenwart“ - so lautete das Thema einer Unterrichtseinheit im Deutschunterricht der Klasse 9a der Verbundschule Winterberg-Siedlinghausen. Aufgabe der Schüler war, nach Menschen zu suchen, die ehrenamtliche Aufgaben in ihrer Stadt übernehmen. Klassenlehrerin Heidi Aldrian stellte den Kontakt zu Walburga Hanfland, einer ehemaligen Lehrerin der Hauptschule Siedlinghausen, her, die seit dem Herbst vergangenen Jahres mit vielen engagierten Personen in der Gruppe „Aufeinander zugehen“ die Flüchtlinge in Siedlinghausen betreut.

Einmal wöchentlich bietet sie neben anderen Lehrerinnen im Pfarrheim in Siedlinghausen einen Deutschkurs für Flüchtlinge an. Unterstützt wird die Gruppe „Aufeinander zugehen“ von der Caritas. Auch der Lions-Club Winterberg, das Land NRW und das Erzbistum Paderborn leisten finanzielle Hilfe.

Auf Einladung der Klasse 9a kam Walburga Hanfland mit Filmon und Teresa, zwei Flüchtlingen aus Eritrea, in den Deutschunterricht. Beide schilderten den Schülern die Gründe, aus denen sie ihre Heimat verlassen haben.

Da spielten vor allem die in Eritrea herrschende Diktatur, das Fehlen von Pressefreiheit und die starke Überwachung durch den Geheimdienst bis ins Privatleben eine Rolle. Filmon erzählte, dass zurzeit ca. 5000 Menschen pro Monat das Land verlassen.

Hochschulstudium

Beide Flüchtlinge haben eine Hochschulausbildung und möchten in Deutschland ein Leben in Freiheit leben und gerne beruflich Fuß fassen. Ihre Familien würden ihnen sehr fehlen, berichten sie. Beide sind gläubige Christen und betonten die große Bedeutung ihrer Kultur und den respektvollen Umgang der Menschen untereinander. Aufgrund ihrer Erlebnisse während der langen Flucht könne sie in Deutschland nicht richtig glücklich sein, sagte Teresa, aber sie sei dankbar, hier sein zu dürfen.

Auf die Frage, ob sie schon einmal mit Ausländerfeindlichkeit in Kontakt gekommen seien, schüttelten beide den Kopf und antworteten: „Nein, wir sind im Sauerland nur freundlichen Menschen begegnet“.

Schüler beeindruckt

Filmon dankte in gebrochenem Deutsch der Stadt Winterberg für die hilfreiche Unterstützung der Flüchtlinge. Zum Schluss appellierte Walfburga Hanfland an die Schülerschaft: „Macht eure Herzen auf! Zeigt Courage! Wenn es Notsituationen gibt, schaut nicht weg, sondern schaut hin, mischt euch ein!“

Luise Schönbrodt und Birgit Schäfer begleiteten als Englischlehrerinnen das Unterrichtsgespräch, das von großem Interesse, aber auch Betroffenheit der Schüler geprägt war. Das führte dazu, dass sich Luise Schönbrodt spontan bereit erklärte, nach den Sommerferien einen Deutschunterricht für Flüchtlinge ehrenamtlich zu übernehmen.

Das persönliche Gespräch mit Filmon und Teresa wird einen bleibenden Eindruck bei den Schülern und Lehrern hinterlassen.