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Auf den Spuren der Bergleute

05.10.2011 | 12:00 Uhr
Auf den Spuren der Bergleute
Mit dem Zerschneiden des roten Bandes gaben Reinhard Schandelle, Rudi Hilelbrand, Heinrich Nolte und Theo Schröder den neuen Rundwanderweg "Giershagener Berbauspuren" frei. Foto: Annette Dülme

Giershagen.Grube Eckefeld, Gruben am Wartersberg, Gruben Am Arnstein, Marmorbruch, Schachtpinge – der Förderverein „Unser Giershagen“ hat sich auf die Spuren der Bergleute in Giershagen begeben, viel Wissenswertes und auch längst Vergessenes aus 1000 Jahren Bergbaugeschichte ans Tageslicht befördert und in einem interessanten Rundwanderweg für alle erfahrbar und nachvollziehbar gemacht.

Am Sonntag wurde der neue, etwa 18 km lange Wanderweg um Giershagen herum mit seinen 36 Stationen feierlich eröffnet. Zum Festakt im Pfarrheim begrüßte Theo Schröder, Vorsitzender des Fördervereins, Vertreter aus Politik und Kirche, der Heimatbünde, des historischen Bergbauvereins Hochsauerland, befreundete Knappenvereine aus Adorf, Messinghausen und Silbach, Ortsheimatpfleger, Jägerschaft, der beteiligten Firmen und der örtlichen Vereine.

Wunderbarer Weg

Besonders dankte Theo Schröder Reinhard Schandelle: „Er hat den wunderbaren Weg entworfen und ausgearbeitet.“ Der Bauhof der Stadt, Johannes Becker und viele freiwillige Helfer, haben ihn bei den baulichen Maßnahmen unterstützt.

Kupfer, Eisen und Blei

„Der Bereich um Marsberg, Giershagen, Beringhausen und Brilon war das Ruhrgebiet des Mittelalters mit Kupfer-, Eisen- und Bleiabbau“, nahm Reinhard Schandelle zunächst in einem virtuellen Rundgang die Gäste mit auf eine Reise durch die Montangeschichte: „Bisher war Giershagen das vergessene Bergbaudorf. Das soll sich jetzt ändern.“ Mindestens 1000 Jahre sei vorrangig Eisen abgebaut worden. Bis 1963 war die Grube am Webel in Betrieb. Im 18. Jahrhundert wurde auch etwas Kupfer abgebaut. 1883 arbeiteten in den Eisenerzgruben um Giershagen insgesamt 745 Bergleute ganzjährig. Dazu kamen 30 Gießer in der Bredelarer Hütte und 495 Beschäftigte in der Marsberger Kupfergrube und -hütte. Hinzu kamen noch viele Tagelöhner. Eisen, Kupfer, Cölestin, Marmor und Schiefer wurde n über und unter Tage abgebaut. Schandelle: „Das hat nicht nur die Lebensweise der Menschen im Dorf beeinflusst, sondern auch viele Spuren in der Landschaft hinterlassen.“

Neuer Weg ist Gewinn

Der Weg „Giershagener Bergbauspuren“ sei im übertragenen Sinn ein Weg durch die Montangeschichte des Dorfes, aber auch durch die Phasen der Erdgeschichte, in denen das Gebiet um Giershagen geformt wurde.

Überrascht von dieser umfangreichen Bergbaugeschichte zeigte sich der stv. Bürgermeister Rudi Hillebrand: „Sie ist es wert, dass dieses Projekt gestartet wurde.“ Von den Gesamtkosten über 25 000 Euro sind 50 % durch das Leader-Programm gefördert worden. 10 000 Euro hat die Stadt finanziert. Der neue Weg sei ein Gewinn für die ganze Stadt, lobte Hillebrand den großen ehrenamtlichen Einsatz. „Tief beeindruckt“, zeigten sich auch Heinrich Nolte, Vorsitzender der Leader-Region und Regionalmanagerin Verena Traumann. Nolte sprach von einem „Projekt mit hoher Nachhaltigkeit“. Und von einem „Tag der besonderen Freude für den Knappenverein Giershagen“ sprach dessen Vorsitzender Josef Götte, bevor am Kirchplatz das rote Band zerschnitten und das Portalschild des Weges enthüllt wurde. „Glück auf, Glück auf, der Steiger kommt“, sangen dazu die Gäste mit dem Knappenchor Adorf.

„Hohe Nachhaltigkeit“

Der ca. 18 km lange Rundweg führt durch vier Grubenfelder des Eisenerzabbaus (Eckefeld, Wartersberg, Arnstein und Lülingsloch) und ein Grubenfeld des Kupferabbaus (Buchholz), vorbei an mehreren geologischen Aufschlüssen über Hochflächen mit Fernblicken ins Sauerland und benachbarte Upland. Auf 37 Info-Tafeln werden Fakten zu den Spuren in der Landschaft vermittelt. Das Projekt ist Bestandteil der sauerländisch-waldeckischen BergbauWelten, eines Projektes des Geoparks GrenzWelten und der Leaderregion Sauerland. In diesem Gemeinschaftsprojekt sollen insgesamt 60 Einzelprojekte realisiert werden.

Annette Dülme

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