Auch Hunde können einen Hitzschlag bekommen

Brilon..  Es wird täglich wärmer. Für heute sind bis zu 40 Grad angesagt. Wenn wir Menschen es vor lauter Hitze nicht mehr aushalten, gehen wir zum Abkühlen ins Freibad oder an einen Badesee, suchen den Schatten auf und essen oder trinken etwas Kühles. Was aber machen unsere treuen Vierbeiner, wenn es ihnen zu warm wird? Und können Hunde und Katzen eigentlich schwitzen?

Auch im Briloner Tierheim werden in diesen Tagen einige Sommerregeln befolgt. „Vor allem bei Hunden muss man bei großer Hitze aufpassen“, meint Tierpflegerin Lena Becker (22). Sie hat im letzten Monat ihre Prüfung bestanden. Doch im Tierheim geht die Rüthenerin schon seit 2008 ein und aus.

Sie weiß natürlich, dass Hunde nicht - wie wir Zweibeiner - am ganzen Körper schwitzen, sondern nur an den Pfoten und dem Nasenspiegel. „Deswegen liegen sie im Sommer auch gerne im Keller oder in gefliesten Bereichen. Aber auch gegen eine erfrischende Abkühlung in einem See oder einem Fluss haben viele Hunde nichts einzuwenden“, so Lena Becker. Wenn es Bello oder Waldi dann doch zu warm wird, hecheln sie einfach. Statt 40 Mal atmen sie dann 400 Mal pro Minute (im Vergleich dazu atmet ein Jugendlicher 16 - 20 Mal in der Minute). Dabei verdunstet Feuchtigkeit über die Zunge und der Hund kühlt sich ab.

„Katzen sind nicht so hitzeempfindlich. Sie können damit ganz gut umgehen“, weiß die Tierpflegerin. Die Stubentiger haben Schweißdrüsen hauptsächlich zwischen den Zehen- und Sohlenballen. Diese Schweißdrüsen werden allerdings zum Markieren eingesetzt: Wenn die Katze ihre Ballen über etwas reibt, sondert sie einen Duftstoff ab, der den entsprechenden Gegenstand markiert. Katzen schwitzen also nicht, um dadurch Hitze abzugeben.

Wenn die Temperaturen sehr hoch sind, hecheln allerdings auch die Stubentiger. Aber sie haben noch eine andere erfrischende Lösung parat: Sie lecken ihr Fell. Wenn der Speichel auf dem Fell verdunstet, verschafft er dem Körper eine angenehme Kühlung.

Gassigehen in den Abendstunden

Doch was sollte man noch beachten? „Hunde“, so Lena Becker, „müssen in diesen Tagen auch mal gebremst werden. Denn eigentlich wollen sie sich immer bewegen und können Hitze nicht so richtig einschätzen.“ Vor allem bei Züchtungen wie dem Mops sollte man aufpassen, da er von Natur aus etwas kurzatmig ist. Im Übrigen können selbst Hunde einen Hitzschlag bekommen. Und das ist lebensgefährlich. „Wir verzichten im Tierheim im Moment auf den Mittagsauslauf. Zu heiß“, betont die 22-Jährige. „Die Tiere benötigen in diesen Tagen viel Wasser. Auch beim Spaziergang, am besten abends, sollte eine Flasche dabei sein. Und mehrmals täglich kleinere Essensportionen sind besser als ein voller Napf.“

Bewährt haben sich bei den Vierbeinern feuchte Decken zum Drauflegen. „Wir lassen zudem in den Hundezwingern die Fliesen feucht. Das sorgt auch für Abkühlung.“

Ein absolutes No-Go ist, die Vierbeiner in der Hitze im stehenden Auto zu lassen. „Das ist ja für kleinere Erledigungen beliebt. Aber selbst zwei Minuten sind bei Hunden derzeit schon zu viel“, meint Lena Becker. Übrigens: Das Briloner Tierheim hat auch Feriengäste. Vollpension für vier Wochen am Stück genießen derzeit fünf Hunde. Damit ist die Kapazität erschöpft. Und auch zwei Kaninchen verbringen die Ferienzeit im Tierheim. Insgesamt sind in der Einrichtung 25 Katzen und 11 Hunde untergebracht.