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Modell-Projekt

Arbeitskräfte aus Grauzone herausholen

09.01.2012 | 18:03 Uhr
Arbeitskräfte aus Grauzone herausholen
Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd

Brilon. „Heraus aus der Grauzone“ - unter diesem Thema steht ein Caritas-Modellprojekt, das sich für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen polnischer Haushaltshilfen in Deutschland einsetzt. Nachdem es in Paderborn, Soest und Olpe gestartet war, ist seit Herbst 2010 auch der Caritasverband Brilon mit eingestiegen. Koordinatorin vor Ort ist Mariola Grieger. Die WP sprach mit ihr.

WP: Worum geht es bei dem Projekt?

Grieger: Einerseits geht es darum, älteren Menschen zu ermöglichen, in ihrer vertrauten Umgebung zu bleiben. Andererseits sollen Frauen aus Osteuropa, die hier in Deutschland oft in der Illegalität leben und arbeiten, eine legale Zukunftsperspektive und soziale Sicherheit zu geben. Wir arbeiten dafür eng mit der Caritas in Polen zusammen. Für uns hier in Brilon gibt es eine Kooperation mit der Caritas in Elk. Die Arbeitsvermittlung selbst erfolgt durch die Zentrale Auslands- und Fachvermittlung der Agentur für Arbeit in Meschede. Arbeitgeber sind die Pflegebedürftigen bzw. deren Angehörige. Grundvoraussetzung für die Beschäftigung der Haushaltshilfe ist das Vorliegen einer Pflegestufe.

WP: Wie sind Sie in das Projekt eingebunden?

Grieger: Ich koordiniere für den Caritasverband in Abstimmung mit den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen den Einsatz der Frauen in den Familien. Ich bin Ansprechpartnerin für beide Seiten, leiste Übersetzungshilfe und prüfe die Gegebenheiten vor Ort.

WP: Wie sieht der Tätigkeit der polnischen Frauen in den Familien aus?

Grieger: Die Frauen sind nicht als Pflegefachkräfte eingesetzt, sondern übernehmen hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie putzen, waschen, kochen, einkaufen, Hilfe beim An- und Ausziehen, pflegerische Alltagshilfen und soziale Betreuung. Die Frauen dürfen keine Leistungen im Sinne der Krankenversicherung erbringen. Für diese Tätigkeiten kommt die Sozialstation zum Einsatz, die mindestens einmal pro Woche vor Ort ist. So wird eine professionelle Begleitung gewährleistet.

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