Applaus fürs „Rosarote Nachthemd“
07.04.2011 | 17:39 Uhr 2011-04-07T17:39:00+0200
Essentho.Begeisterungsstürme lösten die Laienschauspieler der „Grünen Bühne“ des Tambour Korps Essentho mit ihrer Aufführung des Theaterstücks „Das Rosarote Nachthemd“ von Franz Rieder in der Schützenhalle Essentho aus.
Routiniert unterhielt das Ensemble mit schlagfertigen Dialogen und vollem Körpereinsatz zwei Stunden lang das begeisterte Publikum und erhielt für diese Meisterleistung in drei Akten tosenden Applaus.
Jakob und Loni Damler, gespielt von Barbara Kuhle und Ulrich Rasche, haben ein Problem. Als ob es nicht schon genug wäre, dass Loni ihren Jakob aufgrund eines Enthaltsamkeitspaktes der Damen des Frauenbundes aus dem Schlafzimmer ausquartiert hat, stellt sich zu allem Überfluss auch noch heraus, dass die beiden nun auch noch wegen einer Bürgschaft auf einem Schuldenberg von 80 000 Euro sitzen. Als dann auch noch Neffe Xaver Egerer (Maik Gottlob) seine unvorstellbar hässliche Braut Mucki Furchtenbrummer (Vera Rasche) vorstellt, scheint die Katastrophe perfekt zu sein. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als Jakob in Muckis Koffer statt des angekündigten rosaroten Nachthemds eine große Geldsumme entdeckt. Diese Summe lässt für die Damlers nicht nur Mucki plötzlich schön werden, sondern sorgt darüber hinaus für zahlreiche weitere Verwicklungen und Verwechslungen.
Wie bereits in den vergangenen Jahren waren die Rollen der Komödie grandios besetzt. Vera Rasche, die mit ihrer Rolle Mut zur Hässlichkeit bewies, überzeugte mit Witz und großartiger Körpersprache, ebenso wie Maik Gottlob, der als Xaver Eggerer dem Publikum eindrucksvoll vor Augen führte, dass Liebe sehr blind machen kann.
Die Rolle des Jakob Damlers füllte Ulrich Rasche mit großartiger Situationskomik und toller Mimik gewohnt gelassen aus, obwohl er sich von seiner, von Barbara Kuhle mit Herzblut gespielten, Frau permanent ausschimpfen lassen musste.
Auch Kai Gottlob, der in der Rolle des Polizisten Eduard Bumkeiler ein Meisterstück ablieferte, und Philipp Dreps, der als Gauner mit viel List und Tücke vor Kai Gottlob flüchtete, gaben tolle Kontrahenten ab. Dass Briefträger Gustav Rappelmeier, perfekt besetzt mit Ralf Fiege, den Tag nur betrunken überstand, war wohl nicht zuletzt den, grandios von Andrea Wittek gespielten, Annäherungsversuchen der Nachbarin Ella zu verdanken.
Nicht zuletzt waren da noch Josef Heiliger, Jakob Damlers Freund, und seine Frau Rosi, die, mit vollem Körpereinsatz von Christof Kruse und Ann-Christin Stute gespielt, sich gegenseitig mit Schnupfen ansteckten und somit für einen weiteren Wendepunkt sorgten. Daniela Vorspohl als Souffleuse gab den Schauspielern im Falle von Textaussetzern Rückendeckung.
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