Anstrengend und viel intensiver
17.10.2007 | 20:08 Uhr 2007-10-17T20:08:02+0200Brilon. (rk) "Besser mit dem alten Partner etwas Neues beginnen als mit einem neuen Partner etwas Altes leben" - das ist der Leitspruch von Bärbel Humpert und Frauke Kirchhoff. Die beiden Paarberaterinnen bieten mit ihrer Partnerschule Hochsauer
"Verliebt, verlobt, verheiratet. Und dann...?" fragt die schwarze Schrift auf dem Flyer der Partnerschule HSK ein wenig provokant. "Wenn man verliebt ist, gibt es keine Probleme", erklärt Bärbel Humpert diesen Satz. Erst wenn man länger in einer Partnerschaft lebe, wenn sich Alltagstrott und Langeweile breit machten, werde es kompliziert. "Viele Paare haben irgendwann keine gemeinsamen Themen mehr, wissen nicht, worüber sie sprechen sollen und leben einfach nur noch nebeneinander her", weiß Paarberaterin Bärbel Humpert. Andere haben das Gefühl, ihre eigenen Bedürfnisse zu lange zurückgestellt zu haben, wieder andere haben Meinungsverschiedenheiten, die sie allein nicht lösen können.
Die Paare, die an den Seminaren der Partnerschule teilnehmen, befinden sich deshalb meist in einer krisenhaften Situation, wollen aber zusammenbleiben. "Manchmal sind aber auch Paare dabei, die einfach nur ihre Beziehungskompetenz erweitern wollen", sagt Bärbel Humpert.
Ressourcen entdecken Im Basisseminar gehe es für die Paare zunächst darum, seine Vorstellungen von Partnerschaft, die Beziehungsstärken und -schwächen zu klären und gemeinsame Ziele und Ressourcen zu entdecken. "Und das geht am besten in einer Gruppe", sind die beiden Paarberaterinnen überzeugt. Die Teilnehmer berichten in sieben Abendsitzungen von ihren Problemen, ihren Lösungsansätzen und können so von den Erfahrungen der anderen profitieren. "Das gibt den Paaren das Gefühl: Wir sind nicht allein", erklärt Frauke Kirchhoff.
Im Aufbau-Seminar, das als dreiteilige Wochenendveranstaltung konzipiert ist und in einem kleinen Hotel am Diemelsee stattfindet, dreht sich dann alles um Genuss und Sinnlichkeit. "Wichtig ist ein wohlwollender Blick auf den eigenen Körper als Ausgangspunkt der Sexualität", erklärt Frauke Kirchhoff. Begleitet von Bewegungs- und Entspannungsübungen sprechen die Teilnehmer über ihre Träume und Phantasien, lernen mit allen Sinnen zu empfinden, aber auch Grenzen zu setzen und zu akzeptieren.
Netzwerk "Die meisten Paare sagen danach, dass ihr Leben miteinander anstrengender, aber auch viel intensiver geworden ist", so Bärbel Humpert und Frauke Kirchhoff, die diese Seminare bereits seit eineinhalb Jahren anbieten. Die von ihnen gegründete Partnerschule HSK selbst gehört zu einem ganzen Netzwerk von Partnerschulen, die sich auf Dr. Rudolf Sanders, Leiter der Ehe- Familien- und Lebensberatung in Hagen, berufen, der das Gruppen-Verfahren zu Beginn der 90er Jahre entwickelt hat.
Weitere Informationen unter www.partnerschule-hsk.de oder unter 02961 52168.
Frauke Kirchhoff und Bärbel Humpert (v.l) arbeiten gern in entspannter Atmosphäre mit ihren Patienten. Foto: Ricarda Kotter
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