An der „Staubkequelle“ staubt es

Die Straßen „Zur Essenthoer Mühle" und „Zur Staubkequelle" in Essentho sollen ausgebaut werden. Für die Anlieger werden Gebühren fällig. Die sind manchen zu hoch.
Die Straßen „Zur Essenthoer Mühle" und „Zur Staubkequelle" in Essentho sollen ausgebaut werden. Für die Anlieger werden Gebühren fällig. Die sind manchen zu hoch.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Zwei Straßen in Essentho sollen ausgebaut werden. Doch die Gebühren dafür sind manchen Anliegern zu hoch.

Essentho..  „Für Flickschusterei sollen Anlieger kräftig zahlen“, sagt Josef Banneyer und ist empört. Die Anlieger der Straßen „Zur Essenthoer Mühle“ sowie „Zur Staubkequelle“ in Essentho sind vom Bauamt der Stadt Marsberg in Kenntnis gesetzt worden, dass sie die Ausbaukosten tragen sollen. Und damit sind sie nicht einverstanden.

„Das Bauvorhaben wurde uns Anliegern erst vor drei Wochen bekannt gegeben. Die Ausführung soll bereits im Mai erfolgen“, fühlt sich Banneyer auch im Namen andere Bürger überrumpelt. So solle er für fünf bis sechs Bordsteine und ein Stück Fahrbahndecke rund 12 000 Euro berappen. Zum Teil sollten Kanal- und Wasserleitungen verlegt werden. Banneyer: „Dieses ist Aufgabe der Stadtwerke. Sollen die Anlieger denn für alles zahlen?“ Darüber müssten „sich unsere Politiker sowie die Verwaltung noch mal Gedanken machen“, fordert er.

Keine „Flickschusterei“

Zum einen sei es keine Flickschusterei, so Bauamtsleiter Werner Besche auf Anfrage der WP. Aber: Ja, die beiden Straßen müssten komplett ausgebaut werden. Die Straße „Zur Essenthoer Mühle“ sei vor Jahren schon teilweise erneuert worden. Der andere Teil der Straße hätte schon vergangenes Jahr ausgebaut werden müssen. Die Anlieger seien informiert worden. Es sei verschoben worden, weil es zeitlich nicht mehr gepasst habe. Die Erneuerung der Straße müsse jetzt angegangen werden, so Besche weiter, weil Kanal- und Wasserleitungen vollkommen defekt seien und Abwasser im Erdreich versickere.

In der Straße „Zur Staubkequelle“ müssten die Wasserleitungen teilweise erneuert werden. Die Kosten für die Erneuerung der Kanal- und Wasserleitungen sowie der Hausanschlüsse übernehmen komplett die Stadtwerke. Nach 50 bis 60 Jahren sei jetzt ein nochmaliger Vollausbau nötig. Zum ersten Mal würden die Anlieger jetzt für den Ausbau zur Zahlung herangezogen. Für den Straßenausbau läge der Anteil der Anlieger bei 50 Prozent der Kosten. Die anderen 50 Prozent übernehme die Stadt. So sehe es das kommunale Abgabengesetz vor. Wie Besche sagt, lägen in anderen Kommunen die Anliegerbeiträge durchaus bei 70 bis 80 Prozent.

Den Missmut von Josef Banneyer könne er verstehen, so der Bauamtsleiter weiter. Denn dessen Gebäude steht genau auf dem Eckgrundstück Essenthoer Mühle/Staubkequelle. Es sei richtig, dass sein Grundstück nur wenige Meter an der Straße zur Staubkequelle betroffen sei. Es sei aber dennoch beitragspflichtig. Und die städtische Satzung sehe keine Härtefallklausel vor. Besche: „Das Grundstück ist sehr groß. Die Anliegergebühren errechnen sich nach der Grundstücksgröße.“ Im Falle von Josef Banneyer würde nur die Hälfte des Grundstücks zur Beitragsbemessung herangezogen. Für die andere Hälfte gelte er als Anlieger der Straße zur Essenthoer Mühle (der Straßenabschnitt ist schon vor Jahren saniert worden, ohne das Anliegergebühren gezahlt wurden).

Kurzfristig informiert

Es sei allerdings richtig, pflichtet Besche bei, dass die Anwohner kurzfristig unterrichtet worden seien. Aber wenn die Baumaßnahme beider Straßen zeitgleich durchgeführt werde, würde es für manche Anlieger (die, der anderen Eckgrundstücke) günstiger. Die brauchten nur einmal Anliegergebühren zahlen.

Josef Banneyer vermutet, dass nur wegen des Kreisschützenfestes Anfang September in Essentho so auf die „Bautube“ gedrückt werde. Besche: „Das ist nicht so. Beide Straßen müssen ausgebaut werden. Es ist aber unser Anspruch, bis zum Kreisschützenfest fertig zu sein.“