An 120 Tagen brummen die Liftanlagen

Skilifte in Winterberg am ersten Ski-Wochenende.
Skilifte in Winterberg am ersten Ski-Wochenende.
Foto: www.blossey.eu
Was wir bereits wissen
Die WIntersport-Arena Sauerlnd ist mit der Wintersaison zufrieden. In den beschneiten Höhenlagen gab es bis zu 120 Wintersporttage.

Winterberg/Willingen..  Auf einen durchschnittlichen Winter mit Schnee zur rechten Zeit hat die Wintersport-Arena Sauerland bei ihrer Jahresbilanz in Willingen zurückgeblickt. „Nach der schwachen Saison 2013/14 fing es dürftig an“, blickte Jörg Wilke zurück. Der Geschäftsführer der Ettelsberg Seilbahn zeigt sich dennoch zufrieden mit der kalten Jahreszeit, ebenso wie die anderen Vertreter der Wintersport-Arena Sauerland. Hochgelegene, beschneite Skigebiete kamen auf bis zu 120 Wintersporttage, der Mittelwert lag bei 70 Tagen.

Erst nach Weihnachten kam der Liftbetrieb richtig ins Laufen – aber zu einem glücklichen Zeitpunkt, wie Arena-Vorsitzender Michael Beckmann (Winterberg) erklärte: „Starke Weihnachtsferien sind etwas Besonderes“. Die folgende Schwäche Anfang Januar sei nicht schlimm gewesen. „Das ist eine Zeit, die naturgemäß etwas ruhiger ist“, sagte Jörg Wilke. Die Kälte ab Mitte Januar hätten die Liftbetreiber zur Schneeproduktion genutzt, der Februar war dann laut Projektleiter Julian Pape „ein Wintermonat, wie er im Buche steht“. Niederländische Touristen erlebten sonnige Krokusferien.

Im März ließ der Betrieb nach, einzelne Lifte laufen aber noch. „Wir hätten noch länger fahren können, aber wenn es einmal in Dortmund 18 Grad ist, ist das Skifahren nicht mehr in den Köpfen drin“, hält Jörg Wilke fest. Er will aber nicht ausschließen, bei starkem Schneefall den Betrieb wieder aufzunehmen. Denn das Saisonende langfristig nach hinten verschieben wollen alle Beteiligten. Dass der Skibetrieb bis ins Frühjahr dauern kann, habe der Snowboard-Weltcup in Winterberg am 14. März bewiesen, sagt Beckmann. Das Weltcup-Skispringen in Willingen sowie die Bob- und Skeleton-WM in Winterberg hätten den Fernsehbildern „weiße Hintergründe“ geliefert und das Image der Region gestärkt. „Winter ist deutlich mehr als Wintersport“, ist sich Michael Beckmann bewusst. Auch Wanderer und rodelnde Familien hätten zu den knapp 800 000 Wintergästen im Sauerland beigetragen.

Während aber in der Eifel Schnee kaum Einfluss auf die Touristenzahlen im Winter habe, sei er im Sauerland maßgeblich: Ohne „weiße Pracht“ gehen die Umsätze in den Übernachtungsbetrieben im Schnitt um 30 Prozent zurück.

Ohne Beschneiung nur 35 Skitage

Gebiete ohne künstliche Beschneiung hatten rund 35 Skitage. Andreas Sievering, Geschäftsführer des „Fort Fun“ und seiner „Winterwelt“ spricht von zehn wirklich guten Tagen in diesem Winter. „Langfristig wird es bei uns mit Naturschnee auch nicht mehr gehen“, erklärte er. Neuland betritt die Willinger „Upland-Skischul“-Betreiberin Brigitte Bruchhäuser: Sie hat eine der wenigen Kunstpisten in unmittelbarer Nähe zur Willinger Seilbahn angelegt. Auf 650 Quadratmetern wurde eine 30 Meter lange Fläche für eine witterungsunabhängige Kinder-Skischule eingerichtet. „Das sind einzelne Kunststoff-Matten mit oben abgerundeten Plastikbürsten, auf denen man mit ganz normalen Skiern ohne vorherige Präparation fahren kann. Als die ersten Tag um Weihnachten ohne Schnee waren, hat sich das bewährt“, sagte Brigitte Bruchhäuser

Jörg Wilke zeigt sich erfreut, dass die im schwachen Winter 2013/14 kaum genutzte Sesselbahn am Willinger Ritzhagen nun gut angenommen worden sei. Derweil bestehen Pläne, auch am Köhlerhagen Schlepp- durch Sessellifte zu ersetzen: Der Hang sei nicht nur um seinetwillen attraktiv, sondern auch, um Ettelsberg und Sonnenhang zu verbinden.

Dazu soll die bisherige Talstation knapp 200 Meter verlegt werden, wo sich allerdings der Willinger Sportplatz befindet. „Wir sind noch auf der Suche nach einer Lösung“, sagt er, „im schlimmsten Fall bleibt sie da, wo sie ist“.