Amerikanisches Kampfflugzeug stürzt über Padberg ab

Padberg..  Vier Wochen vor der Bombardierung Brilons war bei Padberg in einem Luftkampf ein amerikanisches Flugzeug abgeschossen worden. Es war der 11. Dezember 1944, ein Montag. Gegen 13 Uhr gab es einen gewaltigen Knall am Himmel über Padberg. Heinrich Becker, der Vater des heutigen Ortsheimatpflegers Norbert Becker, schickte seine Kinder – darunter auch Sohn Norbert – in den Keller des Hauses, um bombensicher zu sein.

Norbert Becker recherchiert

Erst dachte man an einen Bombenabwurf und eine ferne Detonation. Später stellte sich heraus, dass ein amerikanisches Kampflugzeug von deutschen Jägern abgeschossen wurde. Norbert Becker recherchierte nach dem Krieg über Jahre zusammen mit Horst Münter (aus Dortmund-Wambel), der Padbergerin Frau Stuhldreier und dem Marsberger Geschichts- und Heimatverein „Marsberger Geschichten – Schlüssel zur Vergangenheit“ in den Archiven die Einzelheiten.

Mehrere Meldungen erhielt man von der „Dulag-Luft“ in Wetzlar. Die deutschen Tagesprotokolle lassen ziemlich genaue Einblicke zu. Das amerikanische Flugzeug der 55. Fighter Group der 8. Air Force - es war eine „Mustang P-51D-10-NA“ - mit dem Piloten Harry Emmett Larsen wurde von deutschen Jägern, so Zeitzeugen, im Raum Beringhof in der Nähe von Padberg in die Zange genommen und angeschossen.

Der Propeller der amerikanischen Maschine wurde getroffen und fiel ab. Später fand man ihn in der Nähe des Padberger Schlosses. Das Flugzeug zog Rauch hinter sich her. Es brannte aber nicht in der Luft, erst beim Einschlag auf die Erde fing es Feuer. Norbert Becker ist sich sicher, dass der amerikanische Pilot einen Aufschlag in der Padberger Ortschaft vermeiden wollte, da er den Flieger vom Ort weglenkte.

Die Maschine stürzte letztendlich in der Wiese des Bauers Siebers am Kalkofen neben einem Viehschuppen ab. Der Pilot wagte noch den Absprung aus der Maschine. Er konnte aber nur noch tot geborgen werden. Zeitzeugen berichten, dass der Pilot neben den Flugzeug-Trümmern lag.

Die Bevölkerung blieb in einem sicheren Abstand zum Wrack. Ein Padberger schob mit einem Karabiner Wache, um die Trümmerteile zu sichern. Der tote Pilot wurde später in Zeltplanen eingewickelt und im Padberger Spritzenhaus aufgebahrt. Am 13. Dezember 1944 setzten ihn Zwangsarbeiter in der nordwestlichen Reihe neben dem Padberger Soldaten Heinz Schlömer auf dem örtlichen Friedhof bei. Nach dem Krieg fand Harry Emmett Larsen seine endgültige Ruhestätte auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof „Ardennes“ bei Lüttich. In Padberg erinnert noch heute ein Teil eines Motorblocks an den Vorfall. Norbert Becker hat sich mit den Padbergern dafür eingesetzt, dass ein Gedenkstein mit Bronzetafel neben dem Motorblock aufgestellt wurde.