Am Ende bleibt noch viel für den guten Zweck

Brilon..  Und dann ist es endlich so weit: Die schriftlichen Abiturklausuren sind schon lange geschrieben, Pläne für das erste Jahr nach der Schule werden allmählich in die Tat umgesetzt und der letzte Schultag ist schon gefühlt ewig lange her.

Mittlerweile hat man auch die mündlichen Abiturprüfungen hinter sich gebracht, die Noten wurden auch bereits bekannt gegeben und vielleicht hat der eine oder andere auch noch in der Nachprüfung gesessen. Und dann ist es endlich so weit: Der Abiball steht an!

Schon Monate vorher wird heiß diskutiert – zum Beispiel um welches Kleid es sich handeln soll: lang oder kurz, auffällig oder doch eher schlicht. Fakt ist, dass man jetzt wirklich einen Grund zum Feiern hat: Die jahrelange Arbeit zahlt sich endlich aus und das Abitur ist tatsächlich geschafft!

Altbekannt und kreativ

Es gibt aber noch einen Grund, warum der Abiball so ein Event ist – schließlich hat die Stufe in den vergangenen Jahren fleißig daraufhin gearbeitet, genug Geld einzunehmen, um so einen Abiball überhaupt finanzieren zu können.

Ideen, von den altbekannten bis zu ganz kreativen, gibt es viele, um einen Abiball finanzieren zu können: Steckbriefe und Fotos für die Abizeitung werden gesammelt, die Zeitung gedruckt und schließlich an Eltern, Schüler und Interessierte verkauft. Stufenfeten werden geplant und veranstaltet. Mitunter versüßen auch selbst organisierte Waffel- und Kuchenaktionen den anderen Schülern die Pausen. Auch wenn man immer mal wieder Negatives über die Stufenfeten hört, distanziert sich auch der Schulleiter des Petrinums in Brilon von der Kritik. Wenn etwas schief lief, war dies in den meisten Fällen „nicht die Schuld der Jahrgangsstufe“, beteuert Johannes Droste. Zwar habe die Schule selbst nichts mit solchen Feten zu tun, die von Schülern organisiert werden, dennoch nimmt er seine Schüler in Schutz.

Viel Geld übrig geblieben

Was aber, wenn mehr Geld eingenommen wird als benötigt?

Während einige Stufen jetzt noch bangen, innerhalb des nächsten Jahres überhaupt genug Geld für ihren Abiball zu sammeln, trat folgender Fall bei der Q2, die im vergangenen Jahr das Gymnasium Petrinum verließ, ein: Nach dem Abiball blieb noch Geld übrig, das nicht benötigt worden war, und die Schüler mussten entscheiden, was sie mit diesem Geld anstellen wollten.

Zwar wurde auch Geld an die Schüler, die schließlich kräftig mitgeholfen haben, so viel Geld zu sammeln, ausgezahlt, jedoch hatte die Stufe noch eine Idee: „Wir haben uns ganz bewusst dazu entschieden, einen Teil zu spenden“, erzählt Marie-Theres Dietz, die im vergangenen Jahr am Petrinum ihr Abitur machte.

Ein halbes Jahr nachdem die Schüler ihre Abschlusszeugnisse entgegennehmen durften, konnte das Geld noch feierlich überreicht werden: Davon gingen 600 Euro an den Verein der Freunde, Förderer und Ehemaligen des Gymnasium Petrium Brilon, um die Schule, die auch die ehemalige Q2 vor einem Jahr noch besuchte, finanziell unterstützen zu können.

Außerhalb ihrer ehemaligen Schule haben sich die Schüler einen weiteren Verein ausgesucht, den sie unterstützen möchten: 1800 Euro wurden an die Aktion Lichtblicke e.V. gespendet. Bereits seit 1998 unterstützt diese in ganz NRW Kinder, Jugendliche und Familien mit den unterschiedlichsten Sorgen und Nöten.

Unterstützung durch Schüler

Im vergangenen Spendenjahr konnten die Organisation über 3,4 Millionen Euro sammeln und werden nun auch von der ehemaligen Q2 des Petrinums unterstützt. Sich als Jahrgangsstufe gemeinsam zu bemühen, das Geld für den lang ersehnten Abiball zu sammeln, ist immer bewundernswert. Umso mehr natürlich, wenn ein Teil des Geldes außerdem gespendet wird.