Als Briloner Waldfee Botschafterin der Heimat

Jessica Hüssen beim Int. Hansetag in Lübeck mit weiteren Symbolfiguren.
Jessica Hüssen beim Int. Hansetag in Lübeck mit weiteren Symbolfiguren.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
Das Amtsjahr von Jessica Hüssen neigt sich allmählich dem Ende entgegen. Die 18-Jährige zieht Bilanz ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im grünen Kleid.

Brilon/Hoppecke..  Der 13. April ist für Jessica Hüssen „der große Tag“ in diesem Jahr. Ein Sonntag. Mittags um halb eins zum Friseur - das ist für die 18-Jährige nicht der übliche Sonntagsablauf . Die Gymnasiastin aus Hoppecke aber hat dazu einen besonderen Grund: Sie ist die neue Briloner Waldfee. Und um 15 Uhr soll sie auf der Rathaustreppe vorgestellt werden.

„Die Aufregung steigt von Minute zu Minute, doch zum Glück stehen mir meine Schwester und auch Annette tatkräftig zur Seite,“ notiert sie später in ihrem Waldfeen-Tagebuch.

Annette, das ist Waldfeen-Mutti Annette Walter. Sie gehört zu dem Team der Brilon Wirtschaft & Tourismus (BWT), das die Waldfeen unter ihre Fittiche nimmt und sie durch ihr Amtsjahr begleitet.

Wie bei Jessicas Schwester Nadine. Die war auch schon einmal Waldfee, und zwar 2008/2009, als Nr. 5 im Reigen der Briloner Symbolfiguren. „Mama, das will ich auch mal“, habe sie sich schon damals in den Kopf gesetzt, erinnert sich Jessica, denn: „Das Kleid und alles hatte mich damals schwer beeindruckt.“

Gerade volljährig, sollte es soweit sein, zumal es vor dem im kommenden Jahr anzugehenden Abitur auch schulisch mit den Waldfeen-Verpflichtungen passte.

Also im Sommer raus mit der Bewerbung an die Briloner Touristiker. Dann war einmal Warten angesagt. „Am 15. Januar kam der ersehnte Anruf“, weiß Jessica noch: Der Waldfeen-Arbeitskreis lud sie zur persönlichen Vorstellung ein. „Mit einem guten Gefühl“ sei sie danach nach Hause gefahren. Ihr Bauchgefühl sollte Jessica nicht trügen: Sie kann in die Fußstapfen ihrer großen Schwester treten. Darauf gibts zuhause mit der Mama erst einmal einen Schluck Sekt.

Ältere Schwester als Vorbild

Dann ist Schweigen angesagt. Denn die Identität der neuen Briloner Waldfee ist bis zur Präsentation anlässlich des Aktionstages „Brilon blüht auf“ am Sonntag vor Ostern traditionell ein Geheimnis. Eine der wenigen Eingeweihten ist die amtierende Waldfee. Bei Marie-Theres Dietz darf Jessica auch schon mal das Waldfeen-Kostüm anziehen. Obwohl: Das grüne Outfit, das zweite seit der Geburt der Waldfee im Jahr 2004 - die Westfalenpost stand damals quasi Pate, sie hat die Figur mit initiiert - hat seine Dienste geleistet. Manche Einsätze dauern ja den ganzen Tag, da leidet das Material mit der Zeit nun mal.

Unbezahlbarer Werbewert für die Stadt Brilon

Jessica Hüssen ist es vorbehalten, als Model für das neue herzuhalten. Die Kostümschneiderin Dagmar Halbe aus Attendorn, die auch schon das zweite Outfit kreiert hat, sorgt für das neue. Es ist wie sein Vorgänger im Empire-Stil gehalten.

Annette Walter: „Das hat sich bewährt.“ Edle Materialien wie Brokat, Organza, Wildseide und Georgette, mit Goldfäden durchwirkt und mit Pailletten besetzt, sorgen für mythisches Flair. Große Herausforderung für die Schneiderin: Es so zu formen, dass es Trägerinnen mit gewissen Figurunterschieden passt. Da ist bei den Feen später Raffen und Schnüren angesagt.

Etwa 15 Termine kommen in einem Feen-Jahr zusammen, darunter gleich mehrere im Zeichen der Hanse. „Das ist wie eine Familie, in die man reinwächst“, erzählt Jessica von den Treffen mit Graf Bernhard aus Lippstadt, dem Jägerken aus Soest und anderen Symbolfiguren.

Dass die Waldfee in diesem bunten Völkchen oft im Mittelpunkt des Medieninteresses steht, liegt an ihrem Feen-Hut - der sticht aus der Menge hervor. Da findet sich die Botschafterin der Stadt des Waldes immer wieder mal in exponierter Form im Fernsehen und auf Fotos wieder und muss Rede und Antwort stehen. „Das fördert das Selbstvertrauen“, hat die junge Dame festgestellt.

Briloner Waldfee

Jetzt ist erst mal Büffeln fürs Abi angesagt.

Jetzt Abitur im Visier

Dann steht die Ausbildung zur Gesundheitspflegerin an, der ein Medizinstudium folgen soll. Und vielleicht denkt sie dann irgendwann ja auch einmal als Frau Doktor in Weiß an die Zeit im grünes Kleid zurück, denn: „Das sind Erinnerungen fürs Leben.“