Alles Blech – Blasmusik mal ganz anders

Medebach/Niedersfeld..  Blasmusik im Sauerland – da denkt fast jeder gleich an Schützenfeste und Konzerte mit großen Musikvereinen. Dass man mit Blasinstrumenten und nur sehr wenig Spielern aber auch ganz andere Musikstile spielen kann, beweisen seit mittlerweile fünf Jahren die fünf Blechbläser des Quintetts „BRASSination“. Dominik Tepel und Patrick Linn (Trompete), Sebastian Gorges (Horn), Stefan Schulte (Posaune) und Jörg Harbeke (Tuba) haben sich diesen Namen als Kombination aus den englischen Begriffen „Brass“ für Blechblasmusik und „Fascination“ für Faszination gegeben.

In heimischen Musikvereinen aktiv

Alle fünf Musiker haben ihre Laufbahn schon im Grundschulalter in verschiedenen Musikvereinen begonnen. Jörg Harbeke wurde z.B. in der Probe neben den Tubisten des Musikzuges Medebach gesetzt und hat sich die ersten Griffe und Noten dort abgeguckt, später dann Weiterbildungen und Workshops an der Landesmusikakademie besucht. Seit 1996 dirigiert er den Musikzug. Stefan Schulte hat in Eslohe als Baritonist begonnen und die B-Qualifikation als Dirigent erworben. Heute ist er stellvertretender Dirigent der Blasmusik Niedersfeld und Mitglied im NRW-Blasorchester. Patrick Linn wollte eigentlich Saxophon spielen, weil seine Finger angeblich zu kurz waren, drückte man ihm eine Trompete in die Hand, die er bis heute mit wachsender Begeisterung und Können in der Knappenkapelle Dreislar spielt.

Sebastian Gorges stammt eigentlich aus der Nähe von Trier, wo er mit seinem Horn neben seinem Musikverein auch schon in kleineren Formationen spielte. Während seiner Bundeswehrzeit lernte er beim Heeresmusikkorps Kassel Dominik Tepel aus Dreislar kennen. Beide hatten bereits zahlreiche Qualifikationen bis hin zum Dirigenten absolviert und verschiedene eigene und Gastvereine dirigiert.

Kennengelernt haben sich die fünf Musiker bei verschiedenen Lehrgängen und Auftritten; 2008 gab es einen ersten gemeinsamen Einsatz im Rahmen einer Hochzeit. Aus dieser Idee entstand dann zwei Jahre später BRASSination in seiner heutigen Besetzung. Das Repertoire erstreckt sich von typischer Quintettmusik aus Klassik und Barock auch auf zeitgenössische Arrangements aus Pop, Film und Musicals.

Jeder ist ein Solist

Was ist der Reiz daran, neben Beruf, Familie und „normalem“ Musikverein noch zusätzliche Probenarbeit in das Quintett zu investieren? Da brauchen die Musiker nicht lange überlegen: die verschiedenen Stilrichtungen, die gute Harmonie und Wellenlänge in der Gruppe, die persönliche musikalische Herausforderung in puncto Zusammenspiel, Intonation und Dynamik - hier ist jeder ein Solist.

Ihr Bekanntheitsgrad zieht immer größere Kreise; so ist BRASSination schon seit drei Jahren beim Adventskonzert im Neheimer Dom engagiert. Besonderes Glanzlicht unter allen Auftritten war bisher das Konzert im letzten November im Bonner Beethovenhaus.