Allein 15 Unfälle in einem Jahr auf der B 480

Erst am Dienstag kam auf der B 480 bei Wiemeringhausen wieder ein Verkehrsteilnehmer ums Leben.
Erst am Dienstag kam auf der B 480 bei Wiemeringhausen wieder ein Verkehrsteilnehmer ums Leben.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Die Bundesstraße 480 zwischen Wiemeringhausen und dem „Haus Wildenstein“ bleibt ein Unfallschwerpunkt. Und nach dem tödlichen Unfall vom Dienstag werden die Stimmem nach Tempo-Reduzierung wieder lauter.

Wiemeringhausen.  . „Unser Ziel ist es, den Streckenabschnitt zwischen Wiemeringhausen und ,Haus Wildenstein’ sicherer zu gestalten. Wir fordern eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 70 auf 50 km/h.“ So steht es in einer Online-Petition, die Wilfried Wegener bereits im Oktober 2014 auf der Internet-Plattform „openPetition“ gestartet hatte. Immer wieder ist es auf der Straße zwischen Wiemeringhausen und Niedersfeld zu mitunter schweren Unfällen gekommen. Am Dienstag verlor dort ein 28-jähriger Motorradfahrer aus Siegen sein Leben, nachdem er aus der Kurve geraten und frontal mit dem Pkw einer 20-Jährigen zusammengestoßen war.

Bittere Ironie

Fast schon bittere Ironie: Einen Tag vor dem schweren Unfall war die Frist für die seit Oktober 2014 laufende besagte Petition verstrichen. 1157 Unterstützer halten die Forderung von Wilfried Wegener demnach aber für sinnvoll. 2000 hätte er benötigt, um der Sache formell noch mehr Nachdruck zu verleihen. Aber selbst die somit erreichten 58 Prozent sind eine präsentable Zahl. „Das heißt auch nicht, dass das Thema nicht weiter verfolgt werden kann“, sagt Fritz Schadow, der mit „openPetition“ bundesweit mehr bürger-initiierte Themen in die Parlamente bringen möchte. „Es geht erst einmal darum, dass ein Anliegen eine Plattform bekommt und öffentlich wahrgenommen wird.“

Station im Blitzmarathon

Das dürfte in diesem Fall nicht das Problem sein. Denn auch die Polizei führt den Streckenabschnitt als sogenannte Unfallhäufungsstelle. Allein 15 Unfälle gab es im vergangenen Jahr. „Davon in den meisten Fällen Blech ohne schwerwiegendere Folgen, aber auch zweimal mit Verletzten“, sagt Polizeisprecher Ludger Rath. In einem Fall kamen vier Personen zu Schaden: ein Tier war auf die Fahrbahn gelaufen. Im zweiten Fall gab es zwei Leichtverletzte durch einen Auffahrunfall. Dort sei Handy am Steuer im Spiel gewesen, so Rath. 12 der 15 Unfälle seien auf nasser Fahrbahn passiert, sieben Unfälle hätten sich in Fahrtrichtung Winterberg ereignet, acht in Richtung Olsberg.

Im konkreten Fall forscht die Staatsanwaltschaft noch nach der Unfallursache. Ohne dem Ergebnis vorweg greifen zu wollen, will die Polizei aber erhöhte Geschwindigkeit nicht ausschließen. Daher ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass der besagte Streckenabschnitt heute beim Blitzmarathon ganz spontan ins Visier genommen wird.

Wilfried Wegener vom „Haus Wildenstein“ will die Forderungen nach einem Tempolimit und nach mehr Sicherheit nicht auf sich beruhen lassen. Schließlich kreuzt auch der Ruhrtalradweg diese Gefahrenstelle.

Radwegeführung verlegen

Nicht auszudenken, wenn Radfahrer an dieser Stelle verletzt würden oder gar zu Tode kämen. Hier wird bereits über eine Alternativroute nachgedacht, bei der die Straße erst in Wiemeringhausen gekreuzt werden müsste. „Ich will nichts vorweggreifen. Denn in vierzehn Tagen werden wir eine Versammlung zu dem Thema veranstalten und über das weitere Vorgehen beraten.“ Denn der Wunsch von 1157 Unterstützern nach mehr Sicherheit ist nur die Spitze eines Eisberges.

Eine spezielle Unfallkommisison, der u.a. Vertreter von Polizei, Straßen.NRW und den jeweils betroffenen Kommunen angehören, hat das Thema auf dem Schirm. Wie viele andere auch. Denn allein um 40 Unfallschwerpunkte im HSK geht es bei der nächsten Sitzung im Mai. „Als erste Sofortmaßnahme soll das Tempo-70-Schild auf der B480 noch einmal um 100 Meter vorgezogen werden“, sagt Straßen.NRW-Sprecher Oscar Santos. Ob’s hilft?