Acht Minuten bis zum neuen Job

Unbürokratisch ins Gespräch kommen: Beim Azubi-Speed-Dating sind acht Minuten Zeit für ein erstes Kennenlernen.
Unbürokratisch ins Gespräch kommen: Beim Azubi-Speed-Dating sind acht Minuten Zeit für ein erstes Kennenlernen.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Beim Azubi-Speed-Dating können acht Minuten über die neue berufliche Zukunft entscheiden.

Brilon..  Acht Minuten für den ersten Eindruck, acht Minuten für eine Verabredung mit einem potenziellen neuen Arbeitgeber. Die Brilon Wirtschaft und Tourismus (BWT) hat zusammen mit der Agentur für Arbeit erneut ein Azubi-Speed-Dating angeboten. Unter den Teilnehmern war auch eine 22-Brilonerin, die dringend eine neue Ausbildungsstelle sucht. Ein Protokoll ihres schnellen Geprächs um die Ausbildung zur Kauffrau für Personaldienstleistungen. Die Uhr läuft:

8:00Händeschütteln mit Arne Henne von der Briloner Firma IBS Personalmanagement. Beide setzen sich. „Dann leg mal los.“

7:45Die Bewerbungsmappe wechselt die Seite, die berufliche Erfahrung kommt zur Sprache.

6:32„Wie sieht es mit der Rechtschreibung aus?“ „Sehr gut, das ist wirklich eine meiner Stärken.“ „Das hör ich gern. 80 Prozent der Bewerbungen kann ich wegen schlechter Rechtschreibung schon rausfiltern.“

6:08„Und was klappt nicht so gut?“ Ehrliche Antwort: „Mathe.“

„Sind Tabellen ein Problem?“ „Nein, Exel kann ich. Da habe ich auch in der Berufsschule einen Kurs gemacht.“ „Das hört sich gut an.“

5:29„Die Berufsschule wäre in Dortmund - wäre das ein Problem?“ Energisches Kopfschütteln.

5:15Die abgebrochene Ausbildung in einer Tierarztpraxis kommt zur Sprache. „Probleme mit der Chefin.“ Henne scheint es nicht zu stören.

4:40„Ich werde dich zu uns einladen, dann können wir die Rechtschreibung überprüfen. Aber so bin ich ganz angetan.“ Ein freudiges Lächeln auf der anderen Seite des Tisches.

4:02Eigenen Fragen hat die junge Frau nicht parat. „Ich bin ein bisschen nervös.“

3:35Beide plaudern über das Speed-Dating - es ist eine Premiere für beide Seiten. „Ich brauche aber auch nur fünf bis zehn Minuten für ein Bewerbungsgespräch, um die Leute einzuschätzen.“

2:44Erneut ist Ehrlichkeit angesagt: „Eigentlich wollte ich mein Fachabi nachholen. Für mich ist es mit 22 schwer, etwas zu finden.“ Das überrascht Arne Henne. „Ich finde es eigentlich ganz gut, dass du schon ein bisschen Lebenserfahrung hast. In dem Beruf hast du auch mal mit Menschen aus sozialen Brennpunkten zu tun, da muss man auch was aushalten können. Mit 18 ist das schon schwierig.“

2:23„Warum?“, kommt dann doch noch eine Frage von der jungen Frau. „Man muss sich jede Stunde auf neue Persönlichkeiten einstellen, das ist nicht so leicht, wenn man selbst noch fast keine hat.“ Verständnisvolles Nicken.

1:39„Und telefonieren? Machst du das auch gern?“ Ein leichtes Lachen auf der anderen Seite. „Sehr gerne.“

0:44„Wir sind gut in der Zeit. Ich denke, ich habe mir einen guten ersten Eindruck verschafft.“ Dezenter Hinweis: Die Telefonnummer steht in der Bewerbungsmappe. „Rufen Sie mich gerne an.“

0:00Händeschütteln zum Abschied. Dann bleibt ein gutes Gefühl und die Hoffnung, dass es nicht das erste und auch nicht das letzte Date war und der Anruf von IBS bald kommt.