15.5.15 fördert die Lust am Heiraten

Claudia Giesler und Theo Schmidt geben sich am 15.52015 das Ja-Wort. "Wir hatte es schon lange vor und es passte auch wegen des Brückentages sehr gut."
Claudia Giesler und Theo Schmidt geben sich am 15.52015 das Ja-Wort. "Wir hatte es schon lange vor und es passte auch wegen des Brückentages sehr gut."
Foto: WP
Im Altkreis Brilon haben sich gestern am 15.5.15 standesamtlich 20 Paare das Ja-Wort gegeben.

Altkreis..  Das Jahr ist arm an Schnapsdaten. Da kommt der 15.5.15 gerade recht. Genau 20 Paare haben sich gestern vor einem der sechs Standesämter im Altkreis das Ja-Wort gegeben. Und das am Internationalen Tag der Familie.

„Ob dieses Datum ein ausschlaggebender Grund war, vermag ich nicht zu beurteilen. Vielleicht lag’s am Brückentag und daran, dass wir am ersten und dritten Freitag sowieso Nachmittags-Trauungen anbieten“, mutmaßt Reinhard Hermann vom Standesamt in Winterberg, das zahlenmäßig den Vogel abschießt. Er und seine Kollegin Birgit Giering haben gestern sechs Paare unter die Haube gebracht.

Auf Rang 2 landet das Standesamt Brilon mit vier Eheschließungen. „Die ganze Woche über hatten wir schon gut zu tun. Drei sind es schon mal an einem Freitag, aber vier ist schon eine außergewöhnliche Zahl“, sagt Standesbeamtin Brunhilde Kersting. Gestern Nachmittag um 14 Uhr schlossen z.B. Claudia Giesler und Theo Schmidt den Bund fürs Leben. Lag’s bei der 37-jährigen Dipl. Sozialpädagogin aus Bredelar und dem 46-jährigen Landwirt aus Thülen am Datum, am Brückentag, am Wonnemonat oder war die Zeit einfach reif? „Wir hatten das schon lange vor, kennen uns seit zwölf Jahren. Und mit dem Datum und dem Brückentag passte das einfach optimal.“

Einen 15.5.15 kann man sich natürlich gut merken. Das Risiko auf Ehekrisen wegen des vergessenen Hochzeitstages ist zumindest minimiert. Denn bei zunehmendem Alter und Gewicht geht der güldene Ring schon mal nicht so leicht vom Finger, um noch mal sicherheitshalber einen Blick auf die Gravur und damit aufs Datum werfen zu können. Ob das der wirkliche Grund für die drei Ja-Sager-Pärchen in Hallenberg war, weiß Brigitte Peter, Standesbeamtin in der Nuhnestadt, natürlich nicht. „Aber mehr als eine Trauung am Freitag ist schon ungewöhnlich.“ Am 08.08.08 seien es auch drei gewesen erinnert sie sich. Ein Pärchen kam gestern sogar von außerhalb, macht Urlaub in Winterberg und den Ringetausch im Hallenberger Kump.

Aber selbst bei drei Paaren an einem Tag verfällt Brigitte Peter nicht in Routine. „Ich lasse mir immer ein paar Stichworte von den Brautleuten geben, damit die Ansprache auch wirklich individuell und persönlich ist.“

Heiraten kostet 40 Euro

Bei 40 Euro liegt übrigens die landesweit geltende Gebühr für eine Eheschließung. Findet sie außerhalb der regulären Öffnungszeiten statt, erhebt die Kommune 66 Euro. Und in manchen Städten wird dann der Mehraufwand für Strom und Hausmeister extra berechnet. Für sogenannte Ambiente-Trauungen – z.B. in historischen Gemäuern – gelten noch mal andere Sätze.

Drei Trauungen in Olsberg und jeweils zwei in Medebach und Marsberg komplettierten gestern die Hochzeits-Hitliste. Ganz bewusst hatte man in Marsberg für diesen Stichtag nur das Rathaus (und z.B. nicht noch das Kloster Bredelar) als Trauzimmer angeboten, um so vielen wie möglich das Heiraten zu ermöglichen. Aber der Run, so Standesbeamter Michael Martin, blieb aus. Auch er hatte für beide Paare eine ganz individuelle Trau-Ansprache: „Was nicht zuletzt am stark unterschiedlichen Alter lag.“

Allen 20 Brautpaaren „Glückwunsch und alles Gute auf dem gemeinsamen Lebensweg!“ Ach ja, merken Sie sich den 15.5.55 vor. Dann können Sie „Rubin-Hochzeit“ feiern…