Zwischen den Gräbern wuchert das Unkraut

Unordnung auf dem Friedhof?Reinhard Fuchs vom städtischen Baubetriebshof räumt gemeinsam mit Kollegen auf, mäht und recht das Gras zusammen. Kurz vor dem Schützenfest mit Kranzniederlegung sowieso..
Unordnung auf dem Friedhof?Reinhard Fuchs vom städtischen Baubetriebshof räumt gemeinsam mit Kollegen auf, mäht und recht das Gras zusammen. Kurz vor dem Schützenfest mit Kranzniederlegung sowieso..
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Unkraut, volle Container und mehr kritisiert die Berleburgerin Ursula Buschmann in der Einwohner-Fragestunde des Rates am Friedhof Sengelsberg. Dazu verweist die Stadt auf ein neues Unterhaltungskonzept für die Friedhöfe.

Bad Berleburg..  Der Friedhof am Sengelsberg: Zwischen den eingefassten Gräbern wuchert das Unkraut. Der große Container mitten auf dem Friedhof ist mal wieder voll mit ungetrennten Müll, „die dünnen Blumen-Folien fliegen bei Wind über den ganzen Platz“. So hat es die Bad Berleburgerin Ursula Buschmann beobachtet – und in der öffentlichen Einwohner-Fragestunde der Stadtverordneten-Versammlung am Mittwoch kritisiert.

19 Friedhöfe – digital erfasst

Vorläufige Antwort der Verwaltung noch in der Sitzung: Wie kümmern uns, Sie bekommen eine Antwort. Und ein neues Konzept für die Friedhofsunterhaltung, das derzeit ohnehin erarbeitet werde, solle nach der Sommerpause in den politischen Gremien diskutiert werden.

Bereits am Donnerstag wurde der städtische Baubetriebshof auf dem Friedhofsgelände am Sengelsberg aktiv: Mitarbeiter mähten alles, was aus dem Boden wucherte. Sie verwiesen auf das Schützenfest am Wochenende, in dessen Rahmen auf dem Friedhof auch ein Kranz niedergelegt wird. Da müsse alles in Ordnung sein. Soweit, so gut.

Aber Ursula Buschmann geht’s ums Prinzip in Sachen Friedhofspflege. Kann da das neue Konzept helfen, an dem die Stadt arbeitet?

Zunächst einmal werden alle 19 Friedhöfe in städtischer Regie samt ihrer aktuellen Belegung und ihrer Freiflächen digital im Computer erfasst, so Christoph Koch, im Rathaus Leiter der Abteilung Wohnen, Stadt- und Dorfentwicklung. So lasse sich der weitere Bedarf für die Nutzung ebenso darstellen wie auch Flächen, um die man einen Friedhof vielleicht auch verkleinern könnte. Und dabei ließen sich vielleicht auch Kosten für die Pflege sparen – mit Auswirkung auf die Friedhofsgebühren.
Stichwort Unkraut-Flächen: Hier regt Buschmann an, sie mit Unkraut-Folie und Schiefersplitt abzudecken – „um zu verhindern, dass das Gras immer kniehoch steht“. Die chemische Keule zur Unkraut-Vernichtung jedenfalls sei inzwischen verboten, sagt Koch. Hier gehe der Bauhof mit heißem Wasser oder ganz einfach dem Abflämmen neue Wege. Jedoch nur mit mäßigem Erfolg, wie auch die Bauhof-Mitarbeiter immer wieder feststellen: Das Unkraut wächst einfach viel zu schnell nach.
Stichwort Container: Den Müll auf dem Friedhof in mehreren Behältern zu trennen oder die Nutzer zu animieren, zumindest Plastik-Reste mit nach Hause zu nehmen – diesen Versuch habe es schon einmal gegeben, erklärt Stadt-Sprecherin Regina Linde. Aber „das hat nicht funktioniert“. Über andere Standorte für die Container könne man allerdings nachdenken.
Stichwort Grabsteine: Hier hatte Buschmann angeregt, nach dem Vorbild eines ihr bekannten Friedhofs in Norddeutschland eine hübsche Ecke auf dem Gelände anzulegen, wo ausrangierte Grabsteine gemeinsam aufgestellt werden. Laut Koch bleiben sie Privateigentum des jeweiligen Friedhofsnutzers. Werde er aber etwa bei einer Einebnung der Stadt überlassen, werde der Stein üblicherweise entsorgt.