Zwei neue Behörden sollen Not der Flüchtlinge lindern

Landrat Müller besichtigte am Montag die Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Berleburg, die am Dienstag ihre Arbeit aufnimmt.
Landrat Müller besichtigte am Montag die Erstaufnahmeeinrichtung in Bad Berleburg, die am Dienstag ihre Arbeit aufnimmt.
Was wir bereits wissen
25 neue „Entscheider“ nehmen in der Ausländerbehörde ihre Arbeit auf. Sie sind die erste Anlaufstelle für Flüchtlinge.

Bad Berleburg.. Zwei Wochen lang sind sie in Bielefeld angelernt worden und ab Dienstag nehmen am Stöppel in Bad Berleburg 25 „Entscheider“ in der Ausländerbehörde des Kreises ihre Arbeit auf. Landrat Andreas Müller besichtigte einen Tag vorher die innerhalb kürzester Zeit umgebauten Klassenräume, Flure, Sekretariate und Lehrerzimmer im Obergeschoss der früheren Salzmann-Schule. Dort werden in einem Einbahnstraßen-System Flüchtlinge ihre erste Anlaufstelle in Nordrhein-Westfalen finden.

Über 300 Bewerber für 25 Stellen

Die neuen Mitarbeiter des Kreises – ausgesucht unter mehr als 300 Bewerbungen – kümmern sich um die Registrierung der Asylsuchenden, um einen Gesundheitscheck in der Helios Klinik, stellen den für den Aufenthalt in Deutschland notwendigen Identitätsnachweis aus. „Es gilt hier das System der kurzen Wege“, erklärt Landrat Müller, nach dessen Einschätzung die Berleburger Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) ein „Pilotprojekt als Blaupause für künftige Einrichtungen im ganzen Land“ darstellt.

Begründet wird das zum einen damit, dass im Erdgeschoss des ehemaligen Schulgebäudes eine Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eingerichtet wird. Dort können Asylsuchende ab 1. Juli ihren Antrag stellen. Bis dahin nehmen die Mitarbeiter ihre Tätigkeit als Übergangslösung im früheren Gesundheitsamt An der Odebornskirche auf. Zum anderen gibt es Am Spielacker bekanntlich die Zentrale Unterkunft für bald bis zu 500 Menschen.

Berleburgs erster Beigeordneter Jürgen Weber sprach von einer „optimalen Nachlösung“ des früheren Schulgebäudes. Daher habe die Stadt „die Weichen für eine ineinandergreifende Zusammenarbeit bestens gestellt.“ Weber: „Die Stadt Bad Berleburg wird ihre Aufgaben aktiv angehen und sich nicht von Biertischparolen beeinflussen lassen.“ Als „sehr erfreulich“ lobte Weber, dass mit den beiden Behörden unter einem Dach mehr als 50 neue Arbeitsplätze in Bad Berleburg entstehen.

Dezernentin Helge Klinkert (Kreisverwaltung) unterstrich noch einmal: „Das Ziel der gesamten Einrichtung ist es, den zeitlichen Durchlauf für die Flüchtlinge und damit ihre Aufenthaltsdauer in der Erstaufnahmeeinrichtung zu verkürzen.“ Denn von Bad Berleburg aus erfolgt die Zuweisung in andere Kommunen in NRW.

Hoffen auf einen guten Start

Kreis-Fachgebietsleiter Martin Schreier erläuterte vor Ort die einzelnen Stationen, die die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft am Stöppel durchlaufen. Demnach werden Fragebögen in der jeweiligen Landessprache verteilt, nötigenfalls ein Dolmetscher hinzugezogen; es gibt Befragungen zur Gesundheit, zum Reiseweg. Für den Transport zum Krankenhaus sowie in der Regel zur Unterkunft Am Spielacker sollen zwei Neunsitzer-Busse eingesetzt werden. „Das muss sich alles erst einspielen“, hofft Schreier auf einen guten Start.