Zwei Kälbchen in der Wisentherde

Bad Berleburg..  Die im Rothaargebirge frei lebende Wisent-Herde hat Nachwuchs bekommen. Innerhalb weniger Tage wurden offenkundig zwei Kälbchen geboren: das jüngste am vergangenen Samstag, 9. Mai. Auch ein weiteres Kälbchen wurde gesichtet: Augenzeugenberichten zufolge ist der 1. Mai dessen wahrscheinlichster Geburtstag. Damit ist die Wisent-Herde auf 13 Tiere gewachsen.

Der Jagdpächter im Staatswald, Peter Deppe, hatte das erste der beiden Wisent-Nesthäkchen bei einem Streifzug durch das Revier zuerst entdeckt und aus sicherer Entfernung auch ein Bild von der Wisent-Kuh Dareli gemacht und dieses an Revierförster Norbert Kohnen weitgeleitet. Deppe hatte die Wisent-Gruppe im nordwestlichen Bereich des Ortes Schanze angetroffen. Revierförster Kohnen informierte anschließend das Wisent-Büro.

Viele Tage auf der Suche

Wisent-Ranger Jochen Born und Coralie Herbst, die Wissenschaftliche Leiterin des für Westeuropaeinzigartigen Artenschutz-Projektes zur Wiederansiedlung der vom Aussterben bedrohten größten Landsäugetiere Europas, machten sich deshalb auf in das weitläufige Gelände, um dem Hinweis nachzugehen. Die Suche dauerte allerdings viele Tage und verlief immer wieder ergebnislos. Kälbchen und Mutterkuh wareneinfach nicht aufzufinden.

Erst am Mittwoch, 13. Mai, gelang es Coralie Herbst und Jochen Born schließlich die Wisente zu entdecken. Und beim Durchzählen war schnell klar, dass sich in der Tat Nachwuchs eingestellt hatte. Allerdings handelte es sich nicht um Dareli und ihr Junges, sondern um Abdia mit ihrem Kälbchen. Aller Voraussicht nach, liegt der Geburtsort in Wittgenstein in der Nähe des Ortes Kühhude.

Dareli konnte dagegen bislang von den Wisent-Experten noch nicht gesichtet werden. Aber alle Indizien deuten darauf hin, dass die knapp siebenjährige Wisent-Kuh ebenfalls ein Kälbchen geboren hat und sich aber noch abseits der Gruppe aufhält. Es wäre ihr zweites Kälbchen. Bei Abdia, Jahrgang 2008, wäre es ebenfalls das zweite Kälbchen. Das Geschlecht beider Neugeborener konnte allerdings bislang noch nicht zweifelsfrei geklärt werden.

Auch im vergangenen Jahr hatte der erste Wisent-Nachwuchs im Mai das Licht der Welt erblickt. In kurzen Abständen folgten dann noch bis in den Juli hinein weitere fünf kleine Wisente: damit insgesamt jeweils drei in der frei lebenden Wisent-Herde im Rothaargebirge und drei im Besucherareal „Wisent-Wildnis am Rothaarsteig“.