Zinse soll gehalten werden: „Befehl ist Befehl“

Birkelbach/Zinse..  In Birkelbach explodieren am 7. April, heute vor 70 Jahren, Granaten. Bereits seit sechs Tagen liegt das Dorf unter amerikanischem Feuer. Dabei wird Willems-Haus völlig zerstört. Die Einwohner haben sich in Keller geflüchtet.

Gefechte um die Kirche

Als die US-Armee gegen Mitternacht vorrückt, liefern sich die im Ort liegenden Deutschen mit ihnen heftige Feuergefechte rund um die Kirche.

Im Morgengrauen wird die Sprengladung an der Eder- und Eisenbahnbrücke gezündet. Erst danach ziehen sich die Verteidiger zurück. Aber nur, um nicht von der eigenen Artillerie getroffen zu werden, die nun das Feuer auf die Amerikaner eröffnete.

Eine deutsche Granate trifft Hoffmanns Haus und tötet sechs US-Soldaten. Erst am Nachmittag gelingt es den Amerikanern Birkelbach ganz einzunehmen.

Die Deutschen haben sich nach Zinse zurückgezogen. Als die US-Armee auf das kleine Dörfchen vorrückt, stößt sie erneut auf Gegenwehr. Der Zinser Adolf Laues erinnert sich, dass ein amerikanischer Spähtrupp in den frühen Morgenstunden unter Feuer genommen worden ist und sich mit zwei Verwundeten zurückziehen muss.

20 Soldaten befehligt

Daraufhin fordern die vorrückenden Amerikaner Artillerie-Unterstützung an. Durch Brandgranaten werden das Dohle’sche Haus und Webers Scheune in Flammen geschossen. Der deutsche Leutnant, der noch 20 Soldaten in Zinse befehligt, lässt sich vor dem drohenden Einmarsch der Amerikaner auch nicht durch den Bürgermeister zum Aufgeben bewegen: Befehl sei Befehl.

Abends folgt dann der zweite Feuerschlag der US-Geschütze. Erst danach ziehen die deutschen Soldaten in Richtung Hilchenbach ab. Dennoch war dies nicht das Ende der Kämpfe in Zinse.