Wurf mit Sektflasche bleibt wohl ungesühnt

Und auch das gehört zu den beiden Urteilen des Jugendschöffengerichts: Beiden jungen Männern ist es ab sofort untersagt, alkoholisiert oder berauscht öffentliche Plätze, Veranstaltungen oder Feiern zu besuchen.
Und auch das gehört zu den beiden Urteilen des Jugendschöffengerichts: Beiden jungen Männern ist es ab sofort untersagt, alkoholisiert oder berauscht öffentliche Plätze, Veranstaltungen oder Feiern zu besuchen.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wegen mehrerer anderer Delikte kassierten ein 17- und ein 20-Jähriger aus Bad Laasphe aber dennoch Strafen vor dem Jugendschöffengericht in Bad Berleburg. Bewährungsstrafen, denn beide jungen Männer sollen ihre Sucht in den Griff bekommen.

Bad Berleburg..  Der Flaschenwurf auf zwei weibliche Gäste beim Frühlingsball des Städtischen Gymnasiums in Bad Laasphe bleibt wohl ungesühnt – dennoch endete der dritte Verhandlungstag mit Urteilen gegen die beiden Angeklagten. Wegen einer Reihe weiterer Delikte.

So verurteilte das Jugendschöffengericht den 17-jährigen Schüler B. zu sechs Monaten auf Bewährung und zu 60 Sozialstunden. Außerdem wurde ihm auferlegt, einen ambulante Entzugstherapie anzutreten.

Um deutlich mehr ging es beim 20-Jährigen F. Ihm war der Wurf mit der Sektflasche nicht nachzuweisen, obwohl noch einmal drei Zeugen aufgeboten wurden. Er erhielt eine zehnmonatige Jugendgefängnisstrafe, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Außerdem verhängten Richter Hoffmann und seine beiden Schöffen, Heiko Jung und Sandra Janson, eine Geldbuße in Höhe von 500 Euro.

Mit Alkohol aggressiv

Der 20-Jährige kam laut Jens-Uwe Joppich von der Jugendgerichtshilfe im Alter von 13 Jahren von Kasachstan nach Deutschland. 2011 wurde er dann das erste Mal straffällig, und zwar wegen des „sexuellen Missbrauchs eines Kindes“. Es folgten Delikte wie gemeinschaftliche Nötigung, Falschaussage oder ein Verstoß gegen das Waffengesetz. Und der junge Mann hat ein massives Problem: „Man kann zwar mit ihm in einen Dialog treten. Konsumiert er Alkohol, wird er aber sehr aggressiv“, hat Joppich ausgemacht, der bei F. Reifeverzögerungen nicht ausschließen will.

Der 20-Jährige wie auch der drei Jahre jüngere B. haben etwas gemeinsam: Jugendarrest konnten bislang noch keinen der beiden so wirklich beeindrucken. Das Duo muss zwar nicht ins Gefängnis, allerdings dürfen sie ihre massiven Suchtprobleme offensiv angehen. Das ist Voraussetzung für die verkündeten Bewährungsstrafen.

Der jüngere der beiden Beschuldigten wurde unter anderem wegen Sachbeschädigung und dem Besitz von Cannabis in sechs Fällen verurteilt. Das war aber längst noch nicht alles: Ohne Wissen des Vaters hatte der Heranwachsende eine Spritztour mit dem Familienauto unternommen. Das Fahrzeug wurde dabei ganz erheblich beschädigt.

Mit Bewährungshelfer

Die beiden Bad Laaspher bekommen jetzt nicht nur jeweils einen Bewährungshelfer an die Seite gestellt, das Jugendschöffengericht hat zudem ein Verbot ausgesprochen: Es ist dem Duo untersagt, alkoholisiert oder berauscht öffentliche Plätze, Veranstaltungen oder Feiern zu besuchen. Dazu zählt dann auch der besagte Frühlingsball am Städtischen Gymnasium.