Wo sind die Leerrohre?

Internet: Vor 25 Jahren die Weichen gestellt (Ausgabe vom 17. April):.  Mit Erstaunen habe ich den o.a. Artikel gelesen und möchte dazu doch einiges anmerken:


1. Die Feststellung, dass vor 25 Jahren das schnelle Internet durch die Ablehnung des Kabelfernsehens in Erndtebrück verhindert wurde, entbehrt der sachlichen Grundlage und ist einfach nur Stimmungsmache. Viele Städte und Gemeinden in Deutschland haben schnelles Internet auch ohne Kabelfernsehen. Soweit ich das herauslesen konnte, ist LTE-Funk nicht erwähnt. Das wäre ein neues Thema.


2. Die Grafik mit farblicher Kennzeichnung der möglichen Breitbandgeschwindigkeit von bis zu 6 Mbit/s ist schlichtweg falsch. Die Bereiche Schameder, Womelsdorf, Birkefehl, Birkelbach und Birkelbach-Bahnhof haben eine Entfernung zu den technischen Geräten im Höhenweg von etwa 3 bis 5,5km. Damit lassen sich maximale Geschwindigkeiten bis etwa 2 Mbit/s erreichen.


6 Mbit/s lassen sich nur erreichen, wenn hier ein Glasfaserkabel bis zu den Verteilern am Straßenrand gelegt wurde und die DSL-Geräte dorthin verlagert wurden. Lassen Sie mich bitte wissen, ob das irgendwo erfolgte. In Birkelbach-Bahnhof jedenfalls nicht. Röspe ist an die Geräte in Aue angeschlossen; ebenfalls über Kupferkabel und daher nicht für 50 Mbit/s geeignet.


3. Wichtiger sind die Fehler, die in den letzten Jahren in der Gemeindeverwaltung /-rat erfolgten. Bei fast allen oder allen Straßenbauarbeiten/Kanalarbeiten wurde keine vorbereitenden Maßnahmen für schnelles Internet durchgeführt. Und hier meine ich das Einlegen eines Leerrohres für die spätere Verlegung von Glasfaserkabeln zu den Telefonverteilerkästen an den Straßenrändern. Hier könnte die Telekom mit geringen Kosten – ohne teure Erdarbeiten – die Internetgeräte (DSL-Anschlussgeräte) dorthin verlegen. Damit wäre in fast allen Fällen schnelles Internet bis fast 50 Mbit/s möglich.


Enttäuschend ist, dass der Gemeinderat zum Beispiel beim Verlegen des Abwasserkanals von Röspe, das Einlegen eines Leerrohres abgelehnt hat, da die Deutsche Telekom eine finanzielle Beteiligung abgelehnt hat. Wieso Deutsche Telekom? Warum nicht Vodafone, oder O2?


Seit Einführung der Privatisierung des Telekomsektors besteht keine Versorgungspflicht mehr durch die Deutsche Telekom. Städte und Gemeinden müssen sich auch selbst um eine gute Internetversorgung kümmern.
Wilhelm Reimertz, Zinser Rücken, Birkelbach-Bahnhof