Wittgensteiner Ärzte schreiben an Minister

Die Mediziner im Ärztenetz Hinterland/Wittgenstein appellieren an
Die Mediziner im Ärztenetz Hinterland/Wittgenstein appellieren an
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Intensivere Prüfungen bei Krankenhauseinweisungen? Heimische Ärzte fürchten bürokratischen Mehraufwand.

Wittgenstein.. Weiteren erheblichen bürokratischen Aufwand im Praxis-Alltag – das und mehr fürchten Ärzte aus der Region, sollten sie künftig intensiver prüfen müssen, ob eine Einweisung eigener Patienten ins Krankenhaus tatsächlich nötig ist oder eine weitere ambulante Behandlung ausreicht, etwa bei einem Facharzt. Genau das sieht die Richtlinie zur Krankenhausbehandlung in ihrer Neufassung vom Januar 2015 vor.

Die Mediziner im Ärztenetz Hinterland/Wittgenstein haben deshalb jetzt einen Brief an Bundesgesundheitsminster Hermann Gröhe geschrieben – und darin an ihn appelliert, die Neufassung nicht zu akzeptieren, sondern „eine sinnvolle Überarbeitung in Auftrag zu geben“.

Verschärfung „nicht nachvollziehbar“

Die Verschärfung der Regeln sei „für uns Ärzte nicht nachvollziehbar“, betonen die beiden Mediziner vom Vorstand des AdR-Netzes, Ulrich Gauß aus Bad Laasphe und Dr. Uwe Schubert aus Biedenkopf – vor allem, weil Hausarzt-Praxen in ländlichen Regionen wie Wittgenstein mit hohen Patienten-Zahlen zu tun hätten und „Fachärzte in unserer Region bereits überlaufen sind“. Ferner sei die Krankenhaus-Einweisung von Patienten durch heimische Hausärzte stets ein dringender Notfall. Und: Durch solche Neuerungen sei jungen Kollegen der Beruf des niedergelassenen Arztes in ländlicher Region kaum noch zu vermitteln, warnen die Mediziner.