Wittgenstein im Radsport-Fieber
03.09.2008 | 20:18 Uhr 2008-09-03T20:18:47+0200Erndtebrück/Wingeshausen. (sk/ab) Die Deutschland Tour in Wittgenstein: Volksfeststimmung herrschte am Mittwochnachmittag in der Erndtebrücker Ortsmitte und am Homberg oberhalb von Wingeshausen.
Trotz Dauerregens verfolgten zahlreiche Schaulustige das Radsport-Spektakel entlang der Strecke. Pieter Weening vom niederländischen Team Rabobank sicherte sich auf der Etappe von Mainz nachWinterberg in der Erndtebrücker Ortsmitte die zweite Sprintwertung. Der ehemalige Tour-de-France-Etappensieger (2005) hatte sich in einer sechsköpfigen Ausreißergruppe am Kreisel an seinen Konkurrenten vorbeigeschoben und die Wertung für sich entschieden. Obwohl Weening nicht um die heißbegehrten Wertungstrikots oder den Gesamtsieg fährt, jubelte ihm das Publikum an der Marburger Straße begeistert zu. Hunderte Fans hatten es sich nicht nehmen lassen, um das Ereignis hautnah mitzuerleben. Die Erndtebrücker Gastronomie hatte zahlreiche Stände aufgebaut, und ein Meer von Regenschrimen säumte die Absperrgitter bei Etappenkilometer 146 in der Ortsmitte. Knapp vier Minuten später passierte das Hauptfeld den Ortskern mit den deutschen Fahrern Linus Gerdemann, Jens Voigt und Markus Fothen. Erndtebrücks Bürgermeister Völkel zeigte sich begeistert von der Atmosphäre.
Etwa eine Stunde zuvor war die Werbekaravane durch Erndtebrück gezogen und hatte "Give Aways" an die zahlreichen, auf die Wagen zustürmenden Zuschauer verteilt. Auch Erndtebrücker Unternehmen waren in der Werbekarawane mit dabei.
Obwohl es auf dem Wingeshäuser Homberg Bindfäden goss, säumten auch dort hunterte Fans die Strecke und bereiteten den Fahrern einen begeisterten Empfang. Die erste der drei Bergwertungen entschied Gustav Larsson (CSC) für sich, vor Hector Gonzales Baeza (SDV) und Amael Moinard (COF).
Zuvor hatten bereits zahlreiche Radsportfans trotz des schlechten Wetters keine Mühen gescheut und den Homberg selbst auf zwei Rädern erklommen. Oben wurden sie von den bereits wartenden Besuchern jubelnd empfangen. Dann stieg die Spannung mit jeder Minute, die das Teilnehmerfeld näher rückte. Die zahlreichen zur Tour gehörenden Motorradfahrer, Autofahrer, Polizisten und Rettungsdienstmitarbeiter ließen sich von der tollen Stimmung anstecken und winkten dem Wingeshäuser Publikum begeistert zu. Als der erste Hubschrauber auftauchte, kam die Ausreißergruppe dem Homberg immer näher. Der Wingeshäuser Ortsvorsteher Karl-Heinrich Sonneborn gab dann noch schnell die Devise "Schirme rein" aus, damit alle Besucher freie Sicht auf die Straße hatten und trotz des nassen Wetters machten alle Radsportfans mit. Nach wenigen Minuten bildete dann der Besenwagen den Abschluss.
Doch für die Wingeshäuser war die Etappe damit noch nicht beendet. Auf einer Großleinwand konnte die restliche Etappe bis nach Winterberg weiter live verfolgt werden, außerdem war für das leibliche Wohl der Gäste bestens gesorgt. "Ein Tour-Verantwortlicher hat mir gesagt, dass alles perfekt organisiert sei und abgesehen von Heidelberg nirgends so viele Zuschauer waren", freute sich auch Karl-Heinrich Sonneborn über eine mehr als gelungene Bergwertung.
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