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35-Jähriger aus...

Wisentwärter

10.01.2010 | 14:04 Uhr

Wittgenstein. Auf die Wisente wird in Wittgenstein noch mit Spannung gewartet. Einen Wisentwärter hingegen gibt es seit dem Wochenende: Die Wahl fiel auf den Wingeshäuser Jochen Born.

97 Personen haben sich beworben, es kann aber nur einen geben - Jochen Born avanciert ab Anfang Februar zum wohl weltweit ersten offiziellen Wisentwärter. Am Samstag wurde der 35-Jährige im so genannten Managementbereich des Auswilderungsgeheges zwischen Bad Berleburg und Kühude von Bernd Fuhrmann und Landrat Paul Breuer der Öffentlichkeit vorgestellt.

97 Bewerber

Fuhrmann, seines Zeichens 1. Vorsitzender des Trägervereins, „Wisent - Wildnis - Wittgenstein”, machte deutlich, warum sich das Gremium für Jochen Born ausgesprochen hat. Der neue Wisentwart ist Landwirt, ist mit Leib und Seele Rinderzüchter, verfügt über das notwenige Equipment wie einen Trecker, kann das Futter für die Könige der Wälder mischen und ganz wichtig: er wohnt in Wingeshausen. Zurzeit ist er noch in einem Betrieb im Münsterland beschäftigt, wo er als Einkäufer in einer Fleischfabrik fungiert.

Und was sagt der neue Wärter zu seiner neuen Aufgabe? „Das Projekt reizt mich. Geld hat dabei überhaupt keine Rolle gespielt”, so der original Wittgensteiner Junge, der seit 1996 auf dem elterlichen Betrieb in Wingeshausen mitarbeitet.

Ehrenamtliches Engagement

Aber auch sein ehrenamliches Engagement dürfte Bürgermeister Fuhrmann, Landrat Breuer, Matthias Heß und den Leiter der Wittgenstein-Berleburg'schen Rentkammer, Johannes Röhl, überzeugt haben. Der 35-Jährige arbeitet seit acht Jahren im Vorstand des Westdeutschen „Highland Cattle Züchterverbands” mit, seit 2004 ist er 1. Vorsitzender dieser Vereinigung. Landrat Paul Breuer sieht Jochen Born zudem als „Bindeglied zur heimischen Landwirtschaft”.

Allen Beteiligten des Wisentprojektes ist die Kandidatenauswahl alles andere als leicht gefallen. Wie eingangs erwähnt, haben sich 97 Interessierte auf die ungewöhnliche Stelle beworben, 15 davon hatten die Gelegenheit, sich persönlich vorzustellen.

Ab 3.2. wird's ernst

Jochen Born konnte sich schließlich durchsetzen. Für ihn wird es bereits kurz nach seinem Dienstantritt ernst, wenn am 3. Februar die größten freilebenden Säugetiere Europas im Rothaargebirge eintreffen.

Zehn bis zwölf Exemplare werden es sein, schätzt Johannes Röhl, die ihr neues Quartier in einem zwei Hektar großem Gehege beziehen werden, das von einem 88 Hektar Auswilderungsgehege umschlossen ist. Das Areal ist durch ein rund zwei Meter hohes Gatter eingezäunt, das nach dem Weidezaunprinzip funktioniert. Wittgensteiner werden ihre neuen Mitbewohner allerdings wohl kaum in Augenschein nehmen können. Das Gebiet rund um das Auswilderungsgehege wird durch Schilder abgesperrt, da jeglicher Kontakt mit Menschen unterbunden werden soll, erklärt Johannes Röhl. Deshalb sind auch die Sichtschutzwände mit den Futterklappen am Gehege errichtet worden.

Geduld

Wer die zottelige Bisonart bestaunen möchte, muss sich noch ein paar Monate in Geduld üben. Dann wird bei Wingeshausen das Schaugehege eingerichtet.

Peter Lehmann

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