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Wingeshäuser Ulrich Reinartz kocht für seine Gäste in Neuseeland

21.10.2011 | 13:00 Uhr
Wingeshäuser Ulrich Reinartz kocht für seine Gäste in Neuseeland

Wingeshausen.Geboren ist er „zwischen den Jahren“ 1958 in Wingeshausen, aber nachdem er vor 30 Jahren erstmals neuseeländische Luft geschnuppert hatte, ist Ulrich Reinartz in dem Inselstaat nicht nur heimisch, sondern auch beruflich erfolgreich geworden.

Vor fast zehn Jahren hat der gelernte Koch mit seinem Partner Dean Davies in der 3 500-Einwohnerstadt Featherston ein eigenes Restaurant eröffnet. Wenig später gründete er das „Guten Appetit Catering“, mit dem er die Speisen auch außer Haus anbietet. Organisiert, beliefert und ausgerichtet werden Hochzeiten, Firmenfeiern, Geburtstage oder Dinnerpartys. Dabei reicht die Speisenpalette von Canapés über Geflügelleberpastete und Lammkarree in Dijon-Senf-Kräuter-Kruste auf Kumara-Püree mit Johannisbeer-Glasur bis zur Passionsfrucht mit bayerischer Creme.

Wie das alles zubereitet wird, hat Ulli in Deutschland gelernt. Die Kochlehre absolvierte er von 1974 bis 1977 im Hotel-Restaurant „Westfälischer Hof“ in Bad Berleburg. Sein Meister, Reinhard Drewes, erinnert sich noch gut an den damaligen Zögling: „Der war gut. Ulli hat sogar auf meiner Hochzeitsfeier gekocht...“

Weitere Stationen beruflicher Erfahrungen waren der Siebelnhof in Hilchenbach, einen Sommer lang auf der Insel Baltrum, ein Jahr in Bern sowie 30 Monate in London. Und dann ging’s ab nach Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. „Ich liebe dieses Land“, versichert Ulli, „insbesondere, weil es hier die besten und freundlichsten Menschen gibt.“ Zehn Jahre hatte er dort ein eigenes Restaurant, musste aber noch einmal für längere Zeit nach Deutschland, weil seine Mutter schwer krank geworden war.

Über den Teich zurück ging es in 1994. Diesmal übernahm der Wingeshäuser ein privates Hotel für eine Familie, leitete es in der bei Touristen sehr beliebten Region Wairapara auf der Nordinsel, bis er sich dann in Featherston mit einem Restaurant selbstständig machte. Seit zwei Jahren ist das Unternehmen auch noch um das Royal Hotel sowie eine Bar angewachsen.

Natürlich hat Ulli Reinartz auch heute noch Kontakt nach Deutschland. Seine fünf Geschwister leben zwischen Sylt und Koblenz; Onkel Eduard Wetter und Tante Christa Beuter wohnen in Wingeshausen - immerhin war seine inzwischen verstorbene Mutter Luise (geb. Beuter) auch eine waschechte Wingeshäu­serin.

Trotz der weiten Entfernung weiterhin eng verbunden, das betont Ulli, ist er „mit meinem Freund Herbert Schulz“, mit dem er zusammen die Schulbank in Aue-Wingeshausen drückte. Das bestätigt der in der Müsse lebende Herbert Schulz: „Wir schreiben uns E-Mails, und an seinem Geburtstag rufe ich ihn natürlich an.“ Schon zweimal, in 1983 und 1998 hat Schulz seinen Freund Ulli besucht: „Über Weihnachten und Silvester war ich da. Es ist ein sehr schönes Land, in dem Ulli lebt, aber auch dort bekommt man nichts geschenkt.“

Christoph Vetter

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