Windpark-Geschäft mit Wuppertal geplatzt

Drehen sich laut Investor wirtschaftlich: Windräder von „New Energy“ bei Bad Laasphe.
Drehen sich laut Investor wirtschaftlich: Windräder von „New Energy“ bei Bad Laasphe.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Bis zuletzt in den Verkaufsverhandlungen umstritten war die Qualität der Wind-Ausbeute. Projektentwickler Juwi bietet seine Bad Laaspher Anlage, deren sieben Windräder noch gar nicht stehen, jetzt anderen Investoren an.

Bad Laasphe..  Die Wuppertaler Stadtwerke als Betreiber einer kompletten Windparks in Bad Laasphe – fast hätte das Geschäft der WSW mit der Juwi aus Wörrstadt bei Mainz als Projektentwickler vor Ort geklappt. Doch dann wurden die Interessenten bei der angeblich hohen Wind-Ausbeute auf den Höhen zwischen Fischelbach und Sohl hellhörig, die Juwi als Verkäufer versprach – und prüften ein Gutachten dazu nach. Ergebnis: zu riskant. Die Stadtwerker winkten ab.

Juwi lässt Messdaten begutachten

Mit rund 46 Millionen Euro war der Kaufpreis in Wuppertaler Kreisen gehandelt worden. Über den wahren Wert des Geschäfts aus Sicht der Wuppertaler schweigt sich Dietmar Bell vom WSW-Aufsichtsrat zwar aus, doch: Nicht zuletzt wegen der umstrittenen Qualität bei der Wind-Ausbeute hätten die Stadtwerke am Ende weniger geboten, als Juwi sich das vorgestellt habe. Die Verhandlungen seien jedenfalls „intensiv und konstruktiv“ gewesen, betont WSW-Sprecher Holger Stephan im Gespräch mit unserer Zeitung.

Herbert Muders, Bereichsleiter der juwi-Energieprojekte GmbH, bedauert das geplatzte Geschäft. Aber: Trotz der fehlenden Einigkeit mit den WSW sei „der Windpark Bad Laasphe ein überdurchschnittlich guter Wind-Standort“, betont er. Derzeit werden laut Muders Daten einer laufenden, zwölfmonatigen Wind-Messung von drei Gutachter-Büros geprüft. Und: Juwi will an seinem Ziel festhalten, alle sieben Windräder noch in diesem Jahr aufzustellen und in Betrieb zu nehmen. Die Bauarbeiten, die derzeit ruhen, sollen bald fortgesetzt werden. Muders: „Die hohe Qualität und die sehr guten Ertragserwartungen geben uns Zuversicht für unsere Gespräche mit anderen Investoren, die in hoher Anzahl und mit regem Interesse bei uns anklopfen.“

„New Energy“ verkauft nicht

Cliff Reppel, Projektmanager bei „Wittgenstein New Energy“, dem zweiten Bad Laaspher Windkraft-Projekt mit Prinz Wittgenstein als Investor, bedauert das geplatzte Geschäft. Für ihn ist es „nicht nachvollziehbar, dass man in Bad Laasphe von nicht rentablen Standorten spricht“. Die Windräder von „New Energy“ drehten sich jedenfalls wirtschaftlich, betont Reppel.

Was, wenn sich die Wuppertaler Stadtwerke weiter für Wittgenstein interessieren – und sich jetzt als Kaufinteressenten an „New Energy“ wenden? „Für Gespräche sind wir immer offen“, sagt Reppel. Allerdings mit einem Tabu: „Unser Windpark wird nicht verkauft.“ Er liege in den Händen eines örtlichen Investors, und das wolle man als „New Energy“ auch bleiben. Die Anlage mit mittlerweile acht eigenen Windrädern laufe gut, so Reppel, die Zusammenarbeit mit dem neuen Service-Team des Herstellers „Vestas“ in Erndtebrück ebenfalls.

Und nach weiteren Standorten halte man immer Ausschau. Auch im benachbarten Bad Berleburg, wo derzeit politisch über geeignete Vorrangflächen für Windräder diskutiert werde. Hier habe Prinz Wittgenstein auch eigene Flächen zur Verfügung, erläutert Reppel.