Willy Astor: Wortwitz trifft auf Spielfreude

Begeistert bei KulturPur: Willy Astor
Begeistert bei KulturPur: Willy Astor
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Die Verwechslung mit Tom Astor musste sein Namensvetter Willy nicht fürchten - auch wenn die am Anfang seines Programms bei Kultur Pur für die ersten Lacher gesorgt hatte.

Siegen-Wittgenstein.. Die Verwechslung mit Tom Astor musste sein Namensvetter Willy nicht fürchten - auch wenn die am Anfang seines Programms für die ersten Lacher gesorgt hatte. Selbst die Westerngitarre, die der bayerische Verb-Brecher irgendwann auspackte, weil die, mit Bottle Neck gespielt, Country-Feeling besser rüberbringt, fördert da keine wirklichen Parallelen zu Tage. Denn Willy Astor glänzt nicht nur mit einem Stil, er ist musikalisch ebenso vielfältig wie kabarettistisch, lässt keine Musikrichtung aus, um ihr mit seinen Texten eine ganz eigene Prägung zu geben, ist genialer Musiker und Unterhalter in einer Person.

Im großen Zelt von KulturPur lässt der 53-Jährige den Funken schon gleich zu Anfang überspringen, mischt sich unters Publikum, blödelt mit der Dame aus Littfeld, deren Gatte im Ruhestand mehr zu tun hat als im Beruf. Und dann geht sie los die „Reim Time“.

Der Bestimmer

Sinnfrei, aber doch irgendwie hintersinnig lässt der komödiantische Fixstern des Südens, der sich bis ins Siegerland vorgearbeitet hat, einen Wörtersee nach dem anderen ins Publikum fließen, spielt mit Marken, Namen, Verben und Substantiven - alles gut vorbereitet auf zahlreichen Blättern und Zettelchen, die er auf der Bühne als Erinnerungsstütze nutzt.

KulturPur Nein, ein Standup-Comedian ist Willy Astor (glücklicherweise) nicht (immer). Dafür ist sein Humor zu präzise und feinsinnig. Seine Musik erst recht. Und wenn beides zusammen klingt, dann wird es noch eine Nummer besser. Bestes Beispiel ist der Hiphop zum Thema heranwuchernde Jugendliche. „Pubatier is inda House“ reißt das Publikum fast vom Sitz. Und seine Lieder haben irgendwie dann doch einen doppelten Boden, spiegeln trotz allen Humors ein Stück Lebenerfahrung wieder: Happy Wife, happy live. Da verzeiht selbst der Vegetarier kleine Seitenhiebe. Er ist schließlich heute „Der Bestimmer“.

Aber der Silbenfischer, der seine Kunst als Handwerk sieht, kann auch ganz anders. Nämlich ohne Worte. Das beweist er im letzten und abschließenden Teil seines Programms. Nach den skurrilen Geschichten, die er dem Publikum erzählt hat, nach bauchfellerweichenden Lachanfällen, die er bescherte, taucht hier noch einmal ein ganz anderer Willy Astor auf, Astor der begnadete Musiker, der seine Musik in Worte verpackt oder Worte in Musik, kann eben beides auch eigenständig. Mit der akustischen Gitarre und einer Eigenkompositionen geleitet er seine begeisterten Zuhörer aus einem Abend, der bei ihnen einen bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

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