Wie Mönche heutzutage leben

Bad Berleburg..  Über die Gründung eines Klosters im Mittelalter durch den Heiligen Benedikt von Nursia auf dem Monte Cassino südlich von Rom im Jahre 529 hatten die Schüler der Klasse 7a der Städtischen Realschule Bad Berleburg im Geschichtsunterricht gesprochen. Dabei lernten die Schüler den Tagesablauf der Mönche unter Einhaltung des Prinzips „ora et labora“ kennen. Sie erfuhren, dass ein Mönch drei Gelübde ablegen musste, wenn er sich für ein Leben im Kloster entschied: Ehelosigkeit, Armut und Gehorsam gegenüber dem Abt.

Doch wie leben die Mönche heute im Kloster? Um Antworten auf diese und viele andere Fragen zu erhalten, besuchten die Schüler der 7a mit ihrem Geschichtslehrer Herbert Jäsch die 1928 gegründete Benediktiner-Abtei Königsmünster in Meschede.

Ist es schwer, ohne Besitz zu leben?

Mit Bruder Justus erkundeten sie das Klostergelände, besuchten die Abteikirche mit dem Sakramentsturm und erfuhren zahlreiche Einzelheiten über das Kloster: Heute leben 52 Mönche in der Abtei, die auch 140 Angestellte beschäftigt. Zum Aufgabenbereich des Klosters gehören auch die Missionarstätigkeiten in Tansania, Korea und Kuba. Dem Kloster gehört ein Gymnasium an, an dem der Unterricht auch von Mönchen erteilt wird. Die alte Forderung des Heiligen Benedikts prägt auch heute noch das Leben im Kloster. So finden fünf Gebete über den Tag verteilt statt. Zur Klosteranlage gehören Werkstätten wie Schmiede, Tischlerei und Schneiderei, aber auch eine Bäckerei, Metzgerei und Mosterei. Wer als Mönch in die Benediktiner-Abtei aufgenommen werden möchte, muss katholischen Glaubens und mindestens 18 Jahre alt sein und Abitur haben oder eine Berufsausbildung nachweisen können.

Die Schüler richteten zahlreiche Fragen an Bruder Justus: Ist es schwer, besitzlos zu sein? Besteht der Kontakt zur Familie und zu Freunden trotz des Lebens im Kloster auch weiterhin? Warum sind Sie Priester geworden? Vermissen Sie die Zeit vor Eintritt in das Kloster? Bruder Justus beantwortete all diese Fragen und informierte die Schüler, dass im Kloster kein Geburtstag gefeiert, sondern des Namenstages gedacht wird. Heiligabend und den 1. Weihnachtsfeiertag verbringen die Mönche im Kloster. Gegenseitige Geschenke gibt es nicht. Am 2. Weihnachtsfeiertag können die Mönche in Besuchszimmern Gäste empfangen.