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Wie Finanzlöcher in Kirchen gestopft werden

27.03.2011 | 14:22 Uhr
Wie Finanzlöcher in Kirchen gestopft werden
In der Evangelischen Kirche von Westfalen wurden 15 neue Fundraiser ausgebildet. Darunter auch Pfarrer Achim Schwarz (re.), dem hier von Präses Alfred Buß, gratuliert wird.

Girkhausen/Bielefeld.  In Zeiten knapper Kassen ist professionelles Fundraising bares Geld wert. Wie wichtig die Spendenwerbung ist, weiß auch die Evangelische Kirche von Westfalen.

Während eines zweijährigen berufsbegleitenden Unterrichts in Kooperation mit der Frankfurter Fundraising-Akademie wurden aus der ganzen Landeskirche insgesamt 15 neue Fundraiser ausgebildet. Darunter aus dem Gestaltungsraum XI, das sind die beiden Kirchenkreise Siegen und Wittgenstein, der Girkhäuser Achim Schwarz, als Pfarrer zuständig für Girkhausen, Wunderthausen und Diedenshausen.

Wenn Kirchensteuereinnahmen sinken, können kreative Konzepte, innovative Ideen und gute Kontakte helfen, die Finanzlöcher zu stopfen. Immer mehr Gemeinden führen Kirchgeld ein, sammeln Mittel für besondere Projekte oder gründen Stiftungen – zum Beispiel für Kindergarten und Jugendarbeit, Renovierungs-Maßnahmen oder den Bau einer neuen Orgel. Die neuen Fachleute werden die Kirchenkreise mit ihren Gemeinden und Einrichtungen künftig bei Umsetzung von professionellen Fundraising-Konzeptionen beraten.

Glückwunsch vom Präses

Bereits 2007 hatten 19 kirchliche Mitarbeitende die von der Landeskirche geförderte Zusatzqualifikation erworben. Präses Alfred Buß, der den Fundraisern jetzt im Landeskirchenamt in Bielefeld die Zertifikate überreichte, gratulierte ihnen.

Dabei betonte Buß, dass Fundraising in erster Linie Beziehungsarbeit sei, der vertrauensvolle Kontakt mit und zu den Menschen und nicht die Suche nach dem schnellen Euro. Und Kirchenoberrechtsrat Michael Jacob, im Landeskirchenamt für die entsprechende Ausbildung zuständiger Dezernent, versprach den westfälischen Pionieren des Arbeitsfelds die weitere Unterstützung der Landeskirche bei der Etablierung ihres neuen Aufgabenbereiches in den Kirchenkreisen und -gemeinden.

Die Landeskirchen unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind im Aufbruch. Spätestens seit dem 2006 veröffentlichten Zukunftspapier „Kirche der Freiheit“, das mit seinen – manchmal provokativen – Thesen zahlreiche Denkprozesse und Debatten ausgelöst hat. Eine davon heißt: Bis 2030 wird ein Fünftel der heutigen Kirchensteuer durch Fundraising ersetzt werden müssen.

Damit ist für Dr. Thomas Kreutzer, Leiter der Fundraising-Akademie, mit Blick auf die Absolventen klar: „Ihr steht für den Umbruch, Wandel und die Professionalisierung, die sich zurzeit in den Kirchen vollzieht. Ihr wollt was bewegen. Ihr steht – auch im Blick auf die Finanzierung – für die Zukunft der Kirche.“

Die seit 1999 bestehende Fundraising-Akademie ist in Deutschland führend auf diesem Ausbildungs-Gebiet. Ihre Gesellschafter sind das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, der Deutsche Fundraising Verband und der Deutsche Spendenrat.

Redaktion

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