Wie ein Neustart: Lust auf das Jahr 2015

Alles auf Anfang. Die Reset-Taste drücken. Tabula rasa. Noch einmal ganz neu starten. So geht es immer an jedem Jahresanfang. Die Karten werden wieder neu gemischt. Ein ganzes Jahr liegt vor mir, und ich habe wieder die Gelegenheit, alles anders zu machen. Manches soll besser werden, einiges will ich lassen, ein paar Sachen haben sich schon im vergangenen Jahr bewährt, die können sich ruhig wiederholen.


Ja, die Motivation ist in den ersten Januartagen groß. Voller Elan denke ich an die über 300 Tage, die noch vor mir liegen. Der Kalender sieht noch so glatt und unverbraucht aus. Er wurde noch nicht oft aufgeklappt, die Seiten kleben an manchen Stellen noch fast zusammen. Das Weihnachtschaos auf dem Schreibtisch habe ich beseitigt, alles ist vorbereitet für den neuen Start.


Was mag das Jahr wohl bringen? Ich habe keine Ahnung. Klar, die grobe Planung hat man ja schon irgendwie erstellt: Urlaub, Schule, Kindergarten, die hohen Feiertage. Aber welche Themen werden uns in diesem Jahr beschäftigen? Was und wer wird uns in Atem halten? Wie wird die Welt sich weiter drehen? Es ist wohl ganz gut, dass wir noch nicht genau wissen, was alles passieren wird. Wir würden uns nur verrückt machen. Aber ein bisschen wüsste ich ja schon gern, denn ich hab‘ Lust auf das neue Jahr! Ich freue mich auf die vielen Begegnungen und Begebenheiten, die zu wundervollen Erinnerungen werden wollen, von denen ich dann im nächsten Jahr erzählen kann. Ich bin nicht müde, zu vertrauen, dass die Welt sich irgendwie weiterdrehen und dass auch manches gut werden wird!


So ein Jahresanfang fühlt sich an wie ein Neustart. Und ich finde das gar nicht schlecht. Es kann doch nicht genug Momente geben, in denen wir eingefahrenes Denken unterbrechen. Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob! Die Jahreslosung für 2015 fordert uns genau dazu auf: alte, verkrustete Strukturen können aufbrechen, Vorurteile abgebaut und Wege neu beschritten werden. Wir haben viel mehr Zeit und Energie, wenn wir nicht immer nur damit beschäftigt sind, uns in im Kreis unserer Unzulänglichkeiten zu drehen. Wenn wir den Blick frei haben für das Besondere an dem anderen Menschen, ohne ihn direkt in eine von unseren Schubladen zu packen.


Alles auf Anfang. Ich probiere es und nehme die Herausforderung an!
Pfarrerin Kerstin Grünert, Erndtebrück