Widerstand formiert sich in Hesselbach

Ein BLick von der Kühhude bei Bad Berleburg in Südlicher Richtung bis nach Hesselbach. Das Foto zeigt zahlreiche Windkraftanlagen auf den Gebieten von Bad Berleburg und Bad Laasphe zusammen auf einem Foto.
Ein BLick von der Kühhude bei Bad Berleburg in Südlicher Richtung bis nach Hesselbach. Das Foto zeigt zahlreiche Windkraftanlagen auf den Gebieten von Bad Berleburg und Bad Laasphe zusammen auf einem Foto.
Foto: Wolfram Martin
  • Ortsvorsteherin Petra Tang lädt Bürger zur Versammlung ein
  • Wortwahl spricht vor allem die Gegner der Energiewende an
  • Es geht um eine Bauvoranfrage für drei neue Anlagen im Süden

Hesselbach..  „Wollen wir tatenlos zusehen, wie sich unser schönes Dorf zu einem Industriepark entwickelt?“ Mit dieser zugespitzten Frage beginnt Hesselbachs Ortsvorsteherin Petra Tang die Einladung zu einer Bürgerversammlung am kommenden Mittwoch um 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus. Hintergrund ist, dass im Süden des Dorfes in Richtung Achenbach und Fischelbach auswärtige Investoren Anträge für den Bau von drei weiteren Windkraftanlagen gestellt haben. „Diese befinden sich außerhalb der beschlossenen Vorrangzonen“, schreibt Tang. Beschlossen sind die Vorrangzone indes noch nicht, das erläutert Bauamtsleiter Werner Dieckhoff auf Nachfrage dieser Zeitung.

Bau ist ohne Vorrangzonen möglich

Bislang hat der Rat der Stadt Bad Laasphe einen Änderungsbeschluss gefasst und das Ausweisungsverfahren für die künftigen Vorrangzonen läuft. Tatsächlich lägen die drei Anlagen im Süden des Dorfes außerhalb der geplanten Vorrangzonen und könnten als so genannte Privilegierten Bauvorhaben durch den Kreis genehmigt werden. Der Kreis als Bauaufsichtsbehörde bestätigte gestern erneut, dass es eine Bauvoranfrage gebe, über die noch in diesem Jahr entschieden werde, so Kreis-Pressesprecher Torsten Manges. Erst wenn diese Bauvoranfrage positiv entschieden wird, läuft auch dort das Genehmigungsverfahren.

Kreis kann Einvernehmen herstellen

Der Rat der Stadt hatte in seiner jüngsten Sitzung den drei Anlagen die „Erteilung eines Einvernehmens“ versagt. Bei Bauanträgen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz (BImsch) kann dieses Einvernehmen aber durch den Kreis als Bauaufsichtsbehörde schlicht hergestellt werden. Deswegen nennt man diese Bauvorhaben privilegiert. Petra Tang fasst die Befürchtungen zusammen: „Erheblicher Schattenschlag, weitere Lärmbelästigung“ und „starke optische Beeinträchtigungen“ seien die Folgen. „Wollen wir zulassen, dass wir aus dem Fenster schauend auf weitere Stahlmonster blicken?“

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