Wichtiger Schritt in Richtung Neurologie

Die Geschäftsfüherin der Bad Berleburger Helios-Akutklinik Carolin Lieven und der ärztliche Direktor, Dr. med Stephan Kolbe, sind zuversichtlich, dass Bad Berleburg eine neurologische Fachabteilung bekommt.
Die Geschäftsfüherin der Bad Berleburger Helios-Akutklinik Carolin Lieven und der ärztliche Direktor, Dr. med Stephan Kolbe, sind zuversichtlich, dass Bad Berleburg eine neurologische Fachabteilung bekommt.
Foto: WP

Bad Berleburg..  Nach dem am Mittwoch vorgestellten gemeinsamen Strukturkonzept für die Krankenhausrahmenplanung in Siegen-Wittgenstein soll die Helios-Klinik Bad Berleburg 20 neurologische Akutbetten erhalten. Wenn die Entscheidungsgremien der Politik und Kostenträger dem Konsens der Kliniken zustimmen, würde damit die seit langer Zeit beantragte Fachabteilung für Neurologie in dem Helios-Haus angesiedelt werden können. Die Versorgung von Patienten mit Schlaganfällen oder Hirninfarkten der Region könnte dadurch stark verbessert werden.

An den Gesprächen, die mit dem Konsens-Papier abgeschlossen wurden, haben sich alle sechs Krankenhausträger der Region Siegen-Wittgenstein mit acht Kliniken und knapp 2000 Krankenhausbetten sowie die Krankenhausträger des Kreises Olpe beteiligt. Primär ging es dabei um die zukünftigen Abteilungsstrukturen und Bettenzahlen in den Kliniken. Als nächstes ist die Zustimmung der Bezirksregierung und der Krankenkassen zum Planungsentwurf notwendig. Dabei ist es eine Besonderheit, dass sich die Kliniken untereinander im Sinne der besten Versorgung einigen konnten und bei der Bettenplanung nicht weiter in Konkurrenz treten.

Wichtiger Baustein der Versorgung von Schlaganfallpatienten

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Auch für die Klinik Bad Berleburg wurden die zukünftigen Strukturen verhandelt. Nur in wenigen Felder werden überhaupt Betten aufgebaut und das vor allem in der Neurologie und Geriatrie – eine Folge der älter werdende Gesellschaft mit ihren spezifischen Krankheitsbildern. Das Ergebnis der Gespräche freut daher die Klinikgeschäftsführerin Carolin Lieven sehr: „Wir könnten mit den 20 neurologischen Betten, eine Fachabteilung für Neurologie aufbauen, die vor allem für die Menschen in Wittgenstein und dem südlichen Sauerland eine höhere Versorgungssicherheit bedeutet. Denn gerade bei Schlaganfällen und anderen neurologischen Erkrankungen zählt jede Sekunde.“

Bisher mussten Patienten bei einem Schlaganfall einen Transport von mindestens 45 bis 50 Minuten überstehen. In dieser Zeit kann schon erheblicher Schaden am Gehirn entstehen, wenn es als Folge eines Schlaganfalls nicht richtig mit Blut versorgt ist.

Rückenwind von anderen Kliniken

Die Arbeitsgemeinschaft der Plankrankenhäuser sieht das genauso und macht in ihrem Konsenspapier klar, dass nach wie vor ein neurologisches Angebot in der östlichen Region des Kreises Siegen-Wittgenstein erforderlich ist. Dies ist auch nach Ansicht der Kliniken vor allem wegen der kritischen Zeitfenster in der Schlaganfallversorgung notwendig. Die einzige andere neurologische Fachabteilung in Siegen ist demnach nicht verlässlich mit dem Rettungswagen aus den östlichen Teilen des Kreises in dem gebotenen Zeitfenster zu erreichen.

Sollte die Krankenhausplanung den Vorschlägen der Kliniken folgen, würde zudem ein weiterer Arzt im Akuthaus eingestellt und die ohnehin bereits enge Kooperation mit der Odebornklinik ausgebaut. Gerade diese Verzahnung mit der neurologischen Rehabilitation und das dadurch schon vorhandene Know-how ist ein weiterer Vorteil des Standortes. „Für die HELIOS Klinik Bad Berleburg ist das nicht nur ein wichtiger Schritt zur wirtschaftlichen Zukunftssicherung. Wir können mit unserer guten Behandlungs- qualität auch den Menschen hier zusätzliche Sicherheit bieten“, erläutert Dr. Stephan Kolbe, ärztlicher Direktor der HELIOS Klinik Bad Berleburg. „Wir haben schon bisher sehr gute Qualitätsergebnisse bei neurologischen Krankheitsbildern. So lag beispielsweise die Sterblichkeit bei Hirninfarkten bereits im vergangenen Jahr deutlich unter dem Bundesdurchschnitt