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Wettkampf an der Eierbahn

13.04.2009 | 14:34 Uhr
Wettkampf an der Eierbahn

Banfe. (wot) Wer von den Erwachsenen denkt nicht gerne an die Osterfeste der Kindheit zurück. An diese Zeit erinnerte das Heimatmuseum Banfetal mit seiner schon traditionellen Osterausstellung.

Eine Auswahl von Osterliteratur und Dekorationsvorschlägen, künstlerisch gestaltete Ostereier von Reinhild Dörr und Informationen zum heimischen Osterbrauchtum warteten auf die großen und kleinen Besucher.

Aus Bernshausen ist beispielsweise überliefert, dass der Lehrer von jedem der Schulkinder ein Ei zu Ostern bekam. In vielen Orten begann der Ostermorgen mit einem Ständchen des Posaunenchors. Kurz nach Sonnenaufgang versammelten sich die Bläser an einer herausragenden Stelle des Ortes und erfreuten die Dorfbewohner mit alten Osterliedern.

Im Museumshof hatten fleißige Helfer eine Eierbahn aufgebaut. Bei diesem annähernd 100 Jahre alten Spiel werden die Eier eine vorher mit Moos und anderen Materialien gebaute kurvenförmige Bahn hinuntergerollt. Auch Tunnel und Sprungschanze lassen sich einarbeiten.

Wer wollte, durfte in der Museumsküche nach traditionellem Verfahren Ostereier färben. Und die Ergebnisse konnten sich durchaus sehen lassen, zum Essen oder gar zum Eierwerfen waren sie oft viel zu schade.

Nach überlieferten Anleitungen machten nicht nur im Banfetal die Großmütter früher grüne Eier mit Spinat oder Brennnesseln, gelbgrüne mit Petersilie, gelbe oder hellbraune mit Zwiebelschalen und orangefarbene Eier mit Sumpfdotterblumen.

Besonders effektvolle Unikate entstehen, wenn man die Eier vor dem Färben mit Grashalmen, Petersilien- oder sonstigen kräftig gezahnten Blättern umlegt und diese mit dünnem Bindfaden oder einer durchlässigen Hülle aus Tüll oder einem ähnlichen Gewebe umwickelt. Nach dem Abkochen werden die Blätter abgestreift - auf der Schale bleiben ihre Umrisse als zarte Muster erhalten. Sind die Farben zu matt, kann ebenfalls mit einem Hausmittel für Glanz gesorgt werden: Man reibt die Eierschale mit einem Stück Speck ein.

Neben dem speziellen Osterangebot waren auch die weiteren Ausstellungen des Museums zu besichtigen. Die anschaulich aufgebauten Sammlungen und die Ostdeutsche Heimatstube im Haus weckten ebenso wie der Museumshof mit Schaustollen, die Stellmacherei, der Hüttenraum und die Böttcherei das Interesse der zahlreichen Besucher.

Karl-Peter Rasche

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