Wer noch keine eGesundheitskarte hat, bekommt 2015 Probleme

Wittgenstein..  Der Blick in die Brieftasche und auf die eigene Krankenversicherungskarte lohnt sich in diesen Tagen mehr als sonst. Sind Sie gesetzlich krankenversichert, haben Sie die elektronische Gesundheitskarte (eGK) schon? — Das ist die mit Ihrem Passfoto darauf. Das ist gut. Wenn nicht, haben sie ab dem 1. Januar 2015 ein großes Problem. Zumindest dann, wenn sie Ihren Hausarzt mit einem Wehwehchen aufsuchen müssen. Darauf weisen die Bad Berleburger Hausärzte Dr. Helga Roessiger und Dr. Holger Finkernagel hin.

Arztbesuch selbst bezahlen

Ab Neujahr verliert die alte herkömmliche Krankenversicherungskarte ihre Gültigkeit.

„Kann der Patient keine eGK oder Ersatzbescheinigung vorlegen, muss der Patient die Behandlungsleistung aus eigener Tasche bezahlen“, schreiben Finkernagel und Roessiger in einer gemeinsamen Erklärung. Der Arzt dürfe dann Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel nur „privat verordnen“ und auf dem Privatrezept den Hinweis „ohne Versicherungsnachweis“ vermerken. Das könnte dann im schlimmsten Fall bedeuten, dass der Hausarztbesuch teuer wird. Allerdings, so Roessiger und Finkernagel weiter, werde dem Patienten in so einem Fall eine Frist von zehn Tagen eingeräumt, um die elektronische Gesundheitskarte in der Praxis nachzureichen. Wird sie in dieser Frist nicht vorgelegt, kann der Arzt die Privatvergütung verlangen, die dann zurück gezahlt werden muss, wenn der Versicherte eine eGK oder einen gültigen Berechtigungsnachweis bis zum Quartalsende nachreicht.

„Wir sind uns bewusst, dass viele gesetzlich Versicherte die elektronische Gesundheitskarte nach wie vor ablehnen. Dennoch sind die gesetzlichen Vorgaben und Umsetzung für alle verbindlich und wir möchten auf die neuen Regelungen die zum 1. Januar 2015 inkraft treten hinweisen.“

Identität wird genauer überprüft

Die Gesundheitskarte bedeutet für Patienten, aber auch für Arzt und Praxispersonal einen erheblichen Mehraufwand: Die eGK ist durch das Passfoto des Karteninhabers als zusätzliches Sicherheitsmerkmal zum Schutz vor Kartenmissbrauch ausgestattet. Das Foto entfällt nur bei Kindern unter 15 Jahren sowie bei Versicherten, die an der Erstellung eines Fotos nicht mitwirken können, etwa bei Versicherten mit einer Pflegestufe. Der Arzt bzw. dessen Mitarbeiter sind verpflichtet, die Identität eines Patienten anhand des Passbildes und den weiteren Angaben zu überprüfen. Denn bei erkennbar ungültigen Versicherungsverhältnissen haften die Krankenkassen nicht für das Honorar.
Stimmen die Angaben auf der Karte nicht mit denen des Patienten überein, darf die Praxis die Karte nicht einlesen. Darüber hinaus ist sie angewiesen, beim Verdacht auf Kartenmissbrauch die Karte einzuziehen und die zuständige Krankenkasse zu informieren.