Wenn der Pflegefall eintritt

Bad Berleburg..  Das Helios Krankenhaus öffnet am heutigen Samstag beim Tag der offenen Tür ihre Pforten und schon am Mittwoch, 24. Juni, geht es mit einem Fachvortrag in der Veranstaltungsreihe „Gesund in Wittgenstein“ weiter. Bei diesem Vortrag werden das Akutkrankenhaus und die Odebornklinik zusammenarbeiten.

Regina Specht, Projektleiterin der Familialen Pflege an der Odebornklinik, Petra Banf, Case Managerin im Sozialdienst der Helios Klinik sowie die Pflegetrainer Franz Josef Idem und Christiane Saßmannshausen werden ab 18 Uhr im Konferenzraum der Akutklinik allen interessierten Besuchern erklären, welche Unterstützung sie schon in Krankenhäusern oder Rehakliniken erfahren, wenn ein naher Angehöriger zum Pflegefall wird.

Vor Herausforderung gestellt

Es ist Fakt: Die Menschen werden immer älter. Viele sind jedoch nicht fähig sich allein zu versorgen, wenn zum hohen Alter auch noch ein Gebrechen kommt. Durch Schlaganfall, Demenz oder Skeletterkrankungen ans Bett gefesselt zu sein, ist nicht nur für den Patienten eine Herausforderung. Auch für Angehörige stellen sich Fragen: Wie versorge ich meinen Partner richtig? Wie kann ich ihn waschen, anziehen oder ihn aus dem Bett in den Rollstuhl setzen? Wie verhindere ich, dass er sich wund liegt?

Etwa 73 Prozent der Menschen pflegen ihre Angehörigen zuhause. Die Gründe dafür sind vielfältig – unzureichende finanzielle Mittel um eine Ganztagspflege zu gewährleisten, Unkenntnis über Hilfsangebote oder schlicht die Liebe zum Partner. Doch dies will gut überlegt sein: Pflege leistet man nicht nebenbei. Es ist eine 24-Stunden Aufgabe, die nicht nur körperlich, sondern auch seelisch an die Substanz gehen kann. „Aus diesem Grund ist es sehr wichtig, dass wir den Menschen noch im Krankenhaus oder in der Reha Wege zeigen, wie sie mit der Erkrankung des Partners umgehen und wie sie ihm helfen können, ohne sich vollständig zu verausgaben“, weiß Regina Specht.

Familiale Pflege zeitlich begrenzt

Das ist nicht zu verwechseln mit Leistungen der ambulanten Pflege. Die Unterstützung durch die familiale Pflege ist zeitlich auf sechs Wochen begrenzt. Eine regelmäßige ärztliche Überwachung ist notwendig, die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst kann zusätzlich sinnvoll sein.