Wemlighäuserin Isabel Stehn genießt die Blizzard-Ruhe in New York

Isabel Victoria Stehn hat die Folgen des Blizzards Juno in New York fotografiert. Leere Regale in einem Supermarkt nach Hamsterkäufen.
Isabel Victoria Stehn hat die Folgen des Blizzards Juno in New York fotografiert. Leere Regale in einem Supermarkt nach Hamsterkäufen.
Foto: WP

New York/Wemlighausen..  Isabel Stehn fährt mit ihren Kindern Schlitten. Für die in Wemlighausen als „Isi“ Schmidt aufgewachsene Wittgensteinerin ist das kein ungewöhnliches Kindervergnügen. Aber sie rutscht mit ihren Kleinen die verschneiten Hänge des New Yorker Central Parks herunter. Das ist selbst im Land der unbegrenzten Möglichkeiten eine seltene Freude. Noch ungewöhnlicher ist nur die fast schon unheimliche Ruhe in der Metropole.

„So ruhig war es das letzte Mal während des Hurricanes Sandy“, erinnert sich die 35-Jährige, die mit ihrem Mann Jari und den beiden Söhnen Henri (3) und Hugo (1) in Manhattan lebt.

Stadt, die niemals schläft, ist ruhig

Die Stadt, die niemals schläft, ist zur Ruhe gekommen. Unfreiwillig. New York hat den Schneesturm Juno überstanden. Das gefürchtete Unwetter hat den „Big Apple“ nur gestreift. Aber auch das hat gereicht: „Die U-Bahnen stehen still, Schulen und sämtliche öffentlichen Einrichtungen sind geschlossen worden.“ Der Gouverneur von New York, Andrew Cuomo, verhängte ein Fahrverbot für den Süden seines Bundesstaates, New York City eingeschlossen.

„Bislang sind keine Menschen auf der Straße. Wir wohnen in der Upper Westside. Die sonst stark befahrene Columbus Avenue ist leer.“ Seit 23 Uhr am Mittwoch durften nur noch Räumfahrzeuge und Rettungswagen auf die Straßen. Und da New York auf solche Schneemassen nicht vorbereitet ist, sind es umgerüstete Müllfahrezuge, die die Straßen räumen.

Der angekündigte Notstand führt zu Hamsterkäufen in den Supermärkten. Wasser und Brot und Konserven gehen am besten. Das hängt mit den Tipps der Regierung zusammen, dass sich die Menschen auf den Ausfall von Strom und Wasserversorgung vorbereiten sollen. Isabel Stehn hat die leeren Regale gesehen und für uns fotografiert. „Wir haben natürlich auch ausreichend Lebensmittel gekauft, falls wir das Haus nicht hätten verlassen können und die Läden länger geschlossen bleiben müssen.“ Als Familie mit zwei kleinen Kindern muss man vorsichtig sein.

Doch der Schneesturm streift New York nur. „Das erwartet Chaos blieb aus“, berichtet die Wittgensteinerin gestern. Seit heute morgen 9 Uhr fuhr die U-Bahn wieder. „Mein Mann hat sich auf den Weg zur Arbeit gemacht und ich gehe gleich mit den Kindern im Central Park Schlitten fahren.“ Jetzt, wo die Straßen wieder freigegeben sind, „normalisiert sich die Lage wieder.“ Die Schnee gewohnte Wittgensteinerin bilanziert: „Alles in Allem, viel Lärm um nichts.“