Weiter ein Unikum in Wittgenstein

Als einzige Schule in Wittgenstein hatten Steffen Roth und Kollegen zum Schuljahr 2010/11 den traditionellen 45-minütigen Unterricht aufgegeben und die volle Stunde als Unterrichtseinheit eingeführt. „Kollegen und Schüler haben so viel mehr Zeit zur Vor- und Nachbereitung, Arbeitsphasen werden nicht ständig unterbrochen“, betont Roth. Den höheren Aufwand - anstelle von Halbjahres-Lehrplänen erstellt er diese quartalsweise - scheut er nicht: „Die Arbeit zahlt sich aus. Außerdem arbeiten wir EDV-gestützt.“

Der Entschluss zur Einführung der 60-Minuten-Stunde, so Roth weiter, war dabei vor allem der das Gymnasium umgebenden Infrastruktur geschuldet. Schülern sollen die Heimreise am Nachmittag, mitunter bis in das hessische Buchenau, möglichst schon gegen 15 Uhr antreten können. Heißt: Pausen mussten reduziert werden, so stellte die verlängerte Schulstunde eine willkommene Option dar. Roth: „Einmal in der Woche gibt es dadurch keinen Nachmittagsunterricht. Sehr zu Freude unserer Schüler.“

Auch Herbert Marczoch, Leiter des Gymnasiums Schloss Wittgenstein, liebäugelte mit der vollen Unterrichtsstunde: „Wir haben die 60 Minuten anvisiert, uns nach Absprache mit unserer Realschule aber dagegen entschieden und es durch Doppelstunden, die bei uns über die Hälfte des Unterrichts ausmachen, aufgefangen.“