Vorschläge kommen aus Politik und Bürgerschaft

Wittgenstein..  Ehrenbürger in Wittgenstein werden – ganz leicht ist das anscheinend nicht. Damit ein Name überhaupt diskutiert wird, muss die Person dazu erst einmal vorgeschlagen werden – ähnlich wie beim Bundesverdienstkreuz. Die Anregung dazu kann aus Politik und Verwaltung kommen, aber auch direkt aus der Bürgerschaft – nachvollziehbar begründet natürlich. Verliehen wird die Ehrenbürger-Würde auf jedem Fall im Rahmen einer feierlichen Sitzung des Stadt- oder Gemeinderates.

Erndtebrück

In Erndtebrück bekommen Ehrenbürger – wie am Dienstagabend der heimische Unternehmer und Förderer Jörg Schorge – mit den verliehenen Rechten üblicherweise auch den Ehrenring der Gemeinde sowie einen Ehrenbürgerbrief.

Außerdem kann Persönlichkeiten, die sich um die Gemeinde Erndtebrück verdient gemacht haben, die Ehrenplakette verliehen werden. Bürgermeister Karl Ludwig Völkel nennt hier zwei Namen. Zum einen Karl-Heinz Sureth († 2002 im Alter von 80 Jahren), jahrzehntelang FDP-Politiker auf kommunaler und auf Kreis-Ebene bis hin zum Bürgermeister und zum Vize-Landrat, engagiert überdies in mehreren Vereinen vor Ort. Und zum anderen Erich Dreisbach, langjähriges Ratsmitglied aus Schameder.

Die Ehrenplakette der Gemeinde darf übrigens weder verschenkt noch veräußert werden. Allerdings müssen Hinterbliebene sie nach dem Tod des Ausgezeichneten auch nicht zurückgeben.

Bad Laasphe

In der Stadt Bad Laasphe gibt’s seit Mai 1985 in Sachen Bürger-Auszeichnung nur eins: den Ehrenbrief. 14 Persönlichkeiten haben ihn seitdem erhalten. „Die Vorschläge dafür kommen aus dem politischen Raum“, erklärt Rainer Schmalz, im Bad Laaspher Rathaus Dezernent. Und über die Verleihung entscheidet der Stadtrat – mit zwei Drittel Mehrheit.

Der Erste in dieser Reihe war Ende Mai 1985 der damals 54-jährige Oskar Müller, Initiator der Aktion „Rettet das Ehrenmal am Steinchen“. 1990 wurde Hermann Feuring, Kurdirektor, geehrt für seinen „Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung der Stadt, Förderung der Weiterbildungseinrichtungen und der Kulturarbeit“. Oder 2002 Botho Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein – für „hervorragendes Engagement in verschiedensten Ämtern und Ehrenämtern für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger der Stadt, der Region und des Staates, Entwicklung des Bürger-Gemeinsinns“. Der jüngste Bad Laaspher Ehrenbrief wurde 2005 an Waldemar Georg verliehen – „Vorsitzender zahlreicher Vereine, Mitinitiator Musikfest, Altstadtfest, Herbst-, Weihnachtsmarkt, dadurch Beitrag zur Steigerung des Bekanntheitsgrades der Stadt“.

Zurückgegeben werden muss der Ehrenbrief nur, wenn der Rat beschließt, ihn dem Ausgezeichneten zu entziehen – wegen unwürdigen Verhaltens.

Bad Berleburg

In Bad Berleburg ist die Liste der besonders geehrten Bürger übersichtlich.

Ehrenbürgerin ist Fürstin Margareta zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg († 2005), Ehrenbürgermeister seit Oktober 1994 Adolf Schmerer († und Träger der Ehrenplakette seit Oktober 2008 der Bad Berleburger Unternehmer Hans Werner Kocherscheid. Die Plakette plus Urkunde wird verliehen für „besonderes gesellschaftliches, soziales, sportliches, wirtschaftliches und kulturelles Engagement“.

Laut Bad Berleburger „Richtlinie für Ehrungen“ handelt es sich „um anerkennende, immaterielle Auszeichnungen“ – im Klartext: Vergünstigungen sind damit nicht verbunden: Andererseits: „Den ausgezeichneten Persönlichkeiten entstehen weder Pflichten noch Kosten.“