Von Hessen vierspurig bis Erndtebrück
25.05.2009 | 19:00 Uhr 2009-05-25T19:00:00+0200Wittgenstein. (pr) Nach Informationen der Bürgerinitiative „Für Wittgenstein - Heimat ohne Fernstraße” hat das Land Hessen die Genehmigung des Bundesverkehrsministeriums erhalten, die A 4 von Hattenbach bis Erndtebrück durchzuplanen bzw. auf NRW-Seite an die mögliche Bundesfernstraße anzubinden.
Es bestehe, so betonte Alrun Hoffmann-Krönert als Mitglied des Sprecherteams gegenüber unserer Zeitung, sogar die Möglichkeit, dass die Straße vierspurig bis nach Erndtebrück und von dort dann dreispurig bis nach Kreuztal weitergeführt werde.
Die Initiative nennt in einer Pressemitteilung als besonders betroffene Ortschaften einer künftigen Fernstraße Erndtebrück, Leimstruth, Amtshausen, Balde, Stünzel, Weidenhausen, Dotzlar, Arfeld, Schwarzenau, Richstein, Beddelhausen und Elsoff, stellt aber fest, dass der genaue Trassenverlauf „in der Hand der hessischen Landesregierung” liege. Gleichzeitig wird in der Pressemitteilung vor den Auswirkungen auf Lebens- und Wohnqualität gewarnt. Die Entwicklungsachse für den heimischen Raum ist nach Ansicht der Initiative eine „Mogelpackung”, um den Ost-West-Verkehr auf der Magistrale Brüssel-Aachen-Dresden-Warschau zu leiten und bringe keine Verbesserungen für die Wittgensteiner.
Nach derzeitigem Stand würde nach Aussage der Initiative die Bundesfernstraße aus dem Siegerland kommend „vor den Erndtebrücker Eisenwerken die B 62 queren, um als riesige Brückenkonstruktion über das Edertal bis hinauf auf das Dille zu führen. Dort ginge es dann über die Höhen weiter. Auf der Amtshäuser Höhe ist mit einer Auffahrt sowie einem zusätzlichen Beschleunigungsstreifen zu rechnen. Auch Schameder wäre stark betroffen, da besonders die Anwohner in Richtung Birkefehl einen direkten „Ausblick” auf die Trasse haben werden. In Richstein müsste man künftig noch nicht einmal die Burg erklimmen, um die geplante Brücke über das Leisebachtal anschauen und anhören zu können.”
Landrat Paul Breuer wertete die Information der Bürgerinitiative als Versuch, die Wittgensteiner zu verunsichern: „Alle Planungen werden zwischen Hessen und NRW abgestimmt. Beide wollen im Grundsatz eine 2 plus 1 Lösung” (zwei Spuren plus Überholspur). Die Bürger würden umfassend informiert. Dafür sei der Zeitpunkt aber noch nicht gekommen: „Es gibt derzeit nichts Neues.”
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