Von Eiern und Kugeln

Anfang der Woche fuhr ich durch eines unserer Dörfer und sah in einer Straße, in einem Vorgarten, einen Baum stehen, an dem ganz viele Ostereier hingen. Da

habe ich mir die Frage gestellt: Warum hängen sie jetzt im Januar noch da?

Haben die Hausbesitzer im Frühjahr vergessen, die Ostereier abzunehmen und, als der Baum Laub hatte, waren sie verschwunden und fielenerst im Herbst wieder auf, als alle Blätter abgefallen waren – oder hängen die Ostereier vielleicht bewusst am Baum?

Nur wenige 100 Meter weiter stand ein beleuchteter Weihnachtsbaum. Auch da war meine Überlegung: Haben die Besitzer vergessen, die Beleuchtung abzuschalten und abzunehmen, oder lassen sie ihren Baum bewusst noch brennen?

Die Weihnachtszeit ist aus katholischer Sicht ja noch nicht vorbei. Sie dauert noch bis zum 2. Februar. Trotzdem: Die Weihnachtsbäume sind doch jetzt eigentlich abgeschmückt und verbrannt und die meiste Deko weggeräumt. Ostereier und Weihnachtsbaum, so nah beieinander, das ging mir erst einmal nicht aus dem Kopf.

Aber aus dem Kopfschütteln kam dann auch ganz schnell die Erkenntnis. Das ist gut! Denn Ostern und Weihnachten gehören doch ganz nah zusammen. Ohne Weihnachten kein Ostern, ohne Jesu Geburt keine Auferstehung. Und wäre Jesus nicht auferstanden, würden wir seine Geburt nicht feiern.

Ohne Jesu Leben, sein Handeln in Gottes Auftrag und Sinn, seinen Tod für uns am Kreuz und seine Auferstehung würden wir doch kein Weihnachten feiern. Geburt und Auferstehung gehören zusammen. Deshalb passt der Weihnachtsbaum neben den Baum mit den Ostereiern.
Schade eigentlich, denke ich jetzt, dass sie nicht näher nebenein­ander stehen.

Aber vielleicht schmücke ich in diesem Jahr den Weihnachtsbaum malwirklich nicht mit Kugeln und Strohsternen, sondern mit Ostereiern?

Und wenn ich das in den Kirchenmache? Was werden meine Küster dazu sagen?

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