Vollzeit-Fachschule Technik startet

Blick ins Technik-Labor: Koordinator Ingo Gieseler (2. von links) mit stv. Landrat Karl-Ludwig Bade (links) sowie Claudia Sauer und Josef van Stephoudt von der Schulleitung an der modernen 3D-Koordinationsmessmaschine.
Blick ins Technik-Labor: Koordinator Ingo Gieseler (2. von links) mit stv. Landrat Karl-Ludwig Bade (links) sowie Claudia Sauer und Josef van Stephoudt von der Schulleitung an der modernen 3D-Koordinationsmessmaschine.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das Berufskolleg Wittgenstein in Bad Berleburg erweitert sein Angebot. Karl-Ludwig Bade, stellvertretender Landrat im Kreis Siegen-Wittgenstein, sieht darin auch einen Beitrag zur Standort-Sicherung.

Wittgenstein..  Das Berufskolleg Wittgenstein startet zum Schuljahr 2015/16 mit einem neuen Bildungsangebot: Die Fachschule für Technik, Fachrichtung Metalltechnik, läuft dann auch in Vollzeit.

„In Teilzeit haben wir sie hier ja schon“, erklärt Schulleiter Josef van Stephoudt – und das erfolgreich seit nunmehr fünf Jahren, mit vollen Klassen und den ersten Abschlüssen nach vier Jahren Weiterbildung. Mit dem neuen Angebot sieht sich das BKW als gute und nahe Alternative etwa zum Siegener Berufskolleg für Technik. „Wer in Siegen nicht auf die Warteliste will, kann sie bei uns anmelden“, wirbt Ingo Gieseler als Koordinator der Fachschule Technik ganz offen um Bewerber.

Inzwischen ist das neue Angebot auch vom Kreis Siegen-Wittgenstein als Schulträger offiziell genehmigt. „Der Kreistag hat es einstimmig beschlossen“, betont Karl-Ludwig Bade, stellvertretender Landrat des Kreises, am Freitag bei einem Besuch an seiner alten Wirkungsstätte. Hier war er lange Jahre selbst Lehrer. „Das Berufskolleg ist ein wichtiger Standortfaktor für die Wittgensteiner Betriebe“, sagt Bade. Er hebt die familiäre Atmosphäre des BKW hervor, die Schüler, Lehrer und heimische Unternehmer verbinde. Und: Der Kolleg-Standort Wittgenstein binde Nachwuchs-Kräfte an die Region, ergänzt Claudia Sauer, stellvertretende Schulleiterin.

Eingehen möchte das Berufskolleg auf Wünsche der Firmen, ihre Mitarbeiter auf Fortbildung zumindest tageweise noch im Betrieb zu halten. Daher versucht Ingo Gieseler als Koordinator der Fachschule Technik derzeit, einen gestrafften Stundenplan für drei oder vier Tage pro Woche auf die Beine zu stellen. Das könne für die Schüler durchaus von Vorteil sein, so BKW-Sprecher Christian Fischer – bänden Firmen bildungswillige Mitarbeiter doch erfahrungsgemäß gern.

Für ein gutes Mittagessen – zubereitet in der hauseigenen Lernküche von Schülern der Hauswirtschaft – könne gesorgt werden, so Schulleiter van Stephoudt. Ferner bemüht sich die Kolleg-Leitung um günstig mietbaren Wohnraum, falls Teilnehmer ansonsten weite Anfahrten hätten. Schließlich sieht Claudia Sauer das Einzugsgebiet für die neue Vollzeit-Fachschule bis ins benachbarte Hessen, aber auch Richtung Sieger- und Sauerland. Vorbereitet ist das Kolleg jedenfalls auf eine Klasse von 30 Schülern.

Anmelden können sich Interessierte online über die Internet-Plattform www.schueleranmeldung.de – und zwar im Februar. Es geht aber auch telefonisch unter 02751/9295-0. Und die Chance, dabei zu sein, sei groß, meint Koordinator Ingo Gieseler: „Wir haben bislang noch niemanden abweisen müssen.“ Online über die Kommunikations- und Lernplattform „SiWi Wissen“ der Berufskollegs des Kreises Siegen-Wittgenstein läuft auch das gemeinsame Lernen außerhalb des Unterrichts.

Was das Einkommen der Teilnehmer während ihrer Techniker-Fortbildung angeht, setzt Schulleiter van Step­houdt auf die Bildungsteilzeit. Darum kämpft die Gewerkschaft IG Metall in der Tarifrunde 2015. Das Ziel der Variante „Blockmodell“: Beschäftigte arbeiten in ihrem Betrieb eine bestimmte Zeit für ein niedrigeres Entgelt und werden dann für die kompakte Fortbildung bezahlt freigestellt. Claudia Sauer, stellvertretende Schulleiterin, weist außerdem auf das Meister-BAföG hin, das Teilnehmer zur Finanzierung beantragen können.