Vierfacher Betrug mit „Bad BerleburgCard“

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Eine 51-Jährige verursacht einer Metzgerei mehr als 900 Euro Schaden und wird zu einer Geldstrafe veurteilt.

Bad Berleburg..  Wegen Betrugs in vier Fällen hat das Amtsgericht Bad Berleburg eine 51-jährige Frau zu einer Geldstrafe in Höhe von 1100 Euro verurteilt. Ihr Vergehen: Die dreifache Mutter hatte sich als Reinigungskraft in einer Metzgerei unbefugten Zugang zu einem Auflade-Terminal für die „Bad BerleburgCard“ verschafft und sich mit Bonuspunkten eingedeckt.

Daraufhin kaufte die Verurteilte mit ihrer „Bad BerleburgCard“ zwischen April und Oktober 2013 großzügig ein. Unter anderem erwarb sie Trauringe für über 700 Euro, von denen sie allein 500 Euro durch die Bonuspunkte auf ihrer unrechtmäßig aufgeladenen Rabattkarte erstattet bekam. Ein Bonuspunkt hat einen Gegenwert von einem Cent. Insgesamt verursachte die Frau der Metzgerei so einen Schaden von knapp über 930 Euro.

Mit Kamera-Aufnahmen überführt

Den an der Rabatt-Aktion teilnehmenden Betrieben werden am Ende eines Monats die an Kunden ausgegebenen Bonuspunkte in Rechnung gestellt. Die Geschäftsführung der Metzgerei wurde stutzig und installierte schließlich eine Kamera, die die Täterin letztlich überführte. Es folgte die fristlose Kündigung.

Vor dem Amtsgericht zeigte sich die 51-Jährige, die seit 24 Jahren in Deutschland lebt, reuig und gestand ihre Schuld in vollem Umfang ein. Ihrer Dolmetscherin erklärte sie, dass sie die Waren an ihre Familie in ihrem Herkunftsland geschickt habe. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft legte die Schuldeinlassung der Täterin bei der Urteilsfindung zu ihrem Gunsten aus, hob aber auch den Vertrauensbruch mit dem ehemaligen Arbeitgeber sowie die erhebliche und daher strafverschärfende kriminelle Energie bei diesen Vergehen hervor. Zudem wurde der der Metzgerei entstandene Schaden bis heute nicht beglichen, auch sei der Betrug in jedem der vier Fälle nicht aus einer Notlage heraus entstanden.

Unter Berücksichtigung des Einkommens der Verurteilten sprach das Amtsgericht eine Strafe von 110 Tagessätzen zu zehn Euro aus sowie die Option, das Strafmaß durch gemeinnützige Arbeit abzuleisten.