Verein „Atempause“: Helfer dringend gesucht

Organisationsgespräch am runden Tisch: Die beiden neuen Einsatzleiterinnen Kathrin Kuhly (links) aus Feudingen und Manuela Afflerbach (rechts) aus Rückershausen mit Sofia Herberz, Gründungsmitglied der „Atempause“.
Organisationsgespräch am runden Tisch: Die beiden neuen Einsatzleiterinnen Kathrin Kuhly (links) aus Feudingen und Manuela Afflerbach (rechts) aus Rückershausen mit Sofia Herberz, Gründungsmitglied der „Atempause“.
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Ein Kreis aus Freiwilligen betreut in ganz Wittgenstein Menschen mit Demenz. Und die Nachfrage im Altkreis steigt.

Bad Berleburg..  „Es ist ein Appell, ein Hilferuf.“ Sofia Herberz, Einsatzleiterin des Helferkreises Atempause Wittgenstein, ist ihre Botschaft jetzt wirklich ganz wichtig: „Wir brauchen dringend Helferinnen und Helfer.“

Im Moment „arbeiten wir manchmal sehr spontan“, umschreibt Herberz den oft engen Terminkalender des aktuell 22-köpfigen Helfer-Teams, das in Ortschaften des gesamten Altkreises Wittgenstein im Einsatz ist. „Wir wollen aber, dass es weiter so gut läuft – gerade jetzt während der Urlaubszeit.“ Gerade dann „ist es wichtig, dass Atempause diesen Dienst übernimmt“. Und: „Die Nachfrage steigt“, hat Einsatzleiterin Kathrin Kuhly aus Feudingen festgestellt – überall in der Region. Sie gehört seit Oktober zum Atempause-Team, die Rückershäuserin Manuela Afflerbach seit Mai.

Manche pflegenden Angehörigen demenzerkrankter Menschen hätten ihren Bedarf an Unterstützung noch gar nicht erkannt, so Herberz – und wüssten außerdem gar nicht, dass „Atempause“ hier helfen könne. Oft seien es Freunde oder Nachbarn, die den Pflegenden klar machten: Das ist anstrengend, das schaffst Du nicht mehr allein. An dieser Stelle betont Herberz, dass alle Helfer selbstverständlich die Privatsphäre und die Besonderheiten der Menschen mit Demenz respektierten – und außerdem der Schweigepflicht unterlägen.

Neun Euro pro Stunde

Seit 2008 ist die „Atempause“ aktiv. Wer sich hier bewirbt und später engagiert, wird in Schulungen auf die Einsätze vorbereitet. Dazu arbeiten die „Atempausen“ in ganz Siegen-Wittgenstein (Internet: www.atempause-entlastungsdienst.de) zusammen. Außerdem tauschen sich laut Herberz alle Helfer ständig in Fallbesprechungen über ihre Aktivitäten aus, regeln ihre Einsätze partnerschaftlich. Die Einsatzleitung liegt bei ausgebildeten Krankenschwestern und Altenpflegern.

Die Helferinnen und Helfer tun ihren Dienst übrigens nicht umsonst: Neun Euro pro Stunde zahlt ihnen der Helferkreis, der sich seinerseits aus Spenden und Mitglieder-Beiträgen finanziert. Nachts, an Wochenenden und an Feiertagen gibt’s einen Zuschlag. Außerdem werden Fahrtkosten erstattet.

Was sollten Interessierte nun für ihre Helfer-Einsätze mitbringen? „Es sollten Menschen sein, die mitten im Leben stehen“, bringt es Einsatzleiterin Kathrin Kuhly auf den Punkt – „die Freude am Umgang mit Menschen haben“, fügt Sofia Herberz hinzu.

Büro jetzt auch mittwochs geöffnet

Und Manuela Afflerbach findet, dass es „nur mit Herzblut, mit viel Einfühlungsvermögen“ geht. Zum Helfer-Team gehören oft Mütter oder Rentner. Dabei seien übrigens Frauen ebenso gefragt wie Männer, betont Kuhly. Warum ist sie jetzt selbst als Einsatzleiterin dabei? „Der Schritt hat sich für mich gelohnt“, sagt Kuhly. „Die Arbeit macht Spaß, und man bekommt von den Menschen viel zurück.“ Übrigens: Die drei Einsatzleiterinnen sind ab sofort öfter im Atempause-Büro, Am Baumrain 6 – und zwar nicht mehr nur dienstags von 10 bis 12 Uhr, sondern jetzt auch mittwochs von 15 bis 17 Uhr. Mehr Zeit also für persönliche Gespräche – mit pflegenden Angehörigen, aber auch mit potenziellen Helferinnen und Helfern. „Wer mitmachen möchte, kann aber auch einfach bei uns anrufen“, sagt Sofia Herberz.