Venus-Transit schon einen Tag früher

Mit dem schuleigenen Theodolit (Winkelmessgerät) konnten die Einstellungen zur Simulation des Venustransits auf dem Planetenlehrpfad maßstabsgetreu vorgenommen werden.
Mit dem schuleigenen Theodolit (Winkelmessgerät) konnten die Einstellungen zur Simulation des Venustransits auf dem Planetenlehrpfad maßstabsgetreu vorgenommen werden.
Foto: WP

Wittgenstein.. Frühaufsteher konnten heute Morgen auf der ganzen Welt, bei uns nach Sonnenaufgang von 5.15 bis 6.45 Uhr und gute Sichtbedingungen vorausgesetzt, das Himmelsereignis des Jahres 2012 miterleben. Hauptdarsteller war dabei unsere planetare Nachbarin Venus, die sich zu diesem Zeitpunkt in einer Entfernung von nur 43,5 Millionen Kilometer zur Erde befand und deren Bahn sie direkt vor der Sonne vorbeiführte.

Für die 13 Schülerinnen und Schüler des Wahlpflichtkurses Mathematik/Erdkunde der Klassen 8 des Städtischen Gymnasiums Bad Laasphe und Schulleiter Winfried Damm war der spektakuläre Venustransit Grund genug, bereits gestern auf dem Planetenlehrpfad Bad Laasphe eine maßstabsgetreue Simulation des Ereignisses durchzuführen. Der Kurs hatte sich seit einigen Wochen darauf vorbereitet und in Theorie und Praxis Zusammenhänge der aktuellen planetaren Konstellation erarbeitet. Dazu Johannes Hackler (Rüppershausen), Pressesprecher der Gruppe: „Unsere Aufgaben bestanden unter anderem darin, dass wir anhand von Arbeitsblättern den Radius von Sonnenbildern sowie den Abstand zwischen Venuspositionen ermitteln mussten sowie Winkelberechnungen der Entfernung zur Sonne vorgenommen haben.“

Besprochen wurde auch die Bedeutung der unteren und oberen Konjunktion (Stellung zweier Gestirne im gleichen Längengrad), das Rätsel der Achter-Paare sowie das Prinzip der Parallaxenmessung. Historische Fakten zu den zurückliegenden Venustransits vergangener Jahrhunderte fanden ebenfalls ihre Erwähnung. Allgemein geht man davon aus, dass vor 1639 niemand ein solches Ereignis tatsächlich gesehen hat. Dies vor allem auch, weil ohne vorherige Kenntnis über den Zeitpunkt eines Venusdurchgangs eine entsprechende Beobachtung auf purem Zufall beruht. Dennoch gibt es Indizien, dass der persische Astronom Avicenna Zeuge des Venustransits am 24. Mai 1032 war.

Der letzte Venustransit erfolgte am 8. Juni 2004, der nächste wird allerdings erst wieder am 11. Dezember 2117 zu sehen sein! „Den wird wohl keiner der Kursteilnehmer trotz gestiegener Lebenserwartung erleben. Es ist also für Sie ein wirklich einmaliges Ereignis“, so Winfried Damm an die Adresse seiner Schülerinnen und Schüler.

Für Fabiene Weber (Silberg) und Kristin Afflerbach (Weidenhausen) waren die vorbereitenden Unterrichtsstunden auf das Himmelsphänomen interessant und lehrreich: „Vorher haben wir uns nicht unbedingt mit Sternen und Planeten beschäftigt. Das Interesse dafür ist aber durch unsere gemeinsame Arbeit eindeutig gestiegen.“