US-Diplomat: Vertrauenskrise nach NSA-Affäre

Siegen..  Der Generalkonsul der USA, Stephen A. Hubler, hat einen Vertrauensverlust der deutschen Administration nach Bekanntwerden der NSA-Spionageaffäre gegenüber den USA eingeräumt. Stephen A.Hubler, der in der vergangenen Woche – wie berichtet – auch den Siegener Maschinenbauer Dango&Dienenthal besucht hatte, referierte am selben Tag auch vor Studenten an der Universität Siegen.

Der Diplomat war auf Einladung von Prof. Dr. Daniel Stein (Philosophische Fakultät/Anglistik-Amerikanistik) und der Deutsch-Amerikanischen Gesellschaft Siegen-Wittgenstein Gast im Senatssaal.

„Sie müssen Vertrauen aufbauen, durch tägliche Zusammenarbeit an gemeinsamen Zielen“, so Hubler. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der NSA-Spionage in Deutschland habe sich Hubler bei den NRW-Landtagsabgeordneten gemeldet und mit ihnen das Gespräch gesucht. Ziel sei es gewesen, den Fokus auf die Gemeinsamkeiten zu lenken, auf die Bereiche, in denen man seit Jahren erfolgreich zusammenarbeite. Trotz seiner Bemühungen spüre Hubler bei den aktuellen Verhandlungen zum geplanten Freihandelsabkommen TTIP den Riss, den die NSA-Affäre den deutsch-amerikanischen Beziehungen zugefügt habe. „Es ist schwierig, über TTIP zu reden, denn das Vertrauen ist weg“, sagte der Generalkonsul.

Zwischen den Kulturen vermitteln.

Als Hubler Anfang der 80er-Jahre sein Studium an der University of Southern California antrat, war ihm vieles fremd. Die Musik, die seine Kommilitonen hörten, die Fernsehsendungen, die Mode, selbst Slang-Ausdrücke waren für Hubler Neuland im eigenen Land. Für den jungen US-Amerikaner war die anfängliche kulturelle Fremdheit kein Problem, sondern gewohnte Hürde. In Ecuador als Sohn eines US-Diplomaten geboren, danach unter anderem in Nepal, Japan und Deutschland aufgewachsen, hat Hubler nicht eine Kultur, sondern mehrere kennengelernt und gelebt. Momentan arbeitet er in Düsseldorf als US-Generalkonsul für NRW.

Hublers Leben besteht aus der Herausforderung und dem Ansporn „Intercultural Awareness“ aufzubauen und zu vermitteln. Intercultural Awareness meint, die Unterschiede, aber auch Gemeinsamkeiten, verschiedener Kulturen zu ergründen und zwischen diesen Kulturen zu vermitteln. Wie gelingt es, sich immer wieder in neue Kulturen einzufinden, diese zu leben und mit anderen Kulturen zu verbinden? Ohne die Sprache zu beherrschen gehe nichts und die müsse man „üben, üben, üben!“, so Hubler.